Emotionale Achterbahn zu französischem Staffel-Gold

Auch wenn sich das französische Quartett aus Fabien Claude, Emilien Jacquelin, Quentin Fillon Maillet und Eric Perrot heute letztlich in der 4 x 7,5 km Staffel der Männer von Mailand/Cortina durchsetzte und die langersehnte erste Goldmedaille in dieser Disziplin gewann, waren die eine Stunde und neunzehn Minuten bis dahin eine emotionale Achterbahn.

„Ich war wütend über die eine Strafrunde“

Es ging früh schief, mit Startläufer Fabien Claude, der im Stehendschießen drei Nachlader brauchte und dann in die Strafrunde ging. Auf einmal lagen die klaren Favoriten auf dem letzten Rang. Der dritte Läufer, Quentin Fillon Maillet, gibt zu: „Da gingen viele Gefühle durcheinander. Ich war so wütend über die eine Strafrunde, aber man weiß ja nie. Wenn Fabien getroffen hätte und wir dann in Führung gelegen hätten, hätte uns das später emotional vielleicht auch belastet, das Rennen von vorn zu laufen. Aber nach der Strafrunde hat Fabien eine tolle letzte Runde abgeliefert (und sich vorgekämpft auf Rang 13).“

Er war voll des Lobes für den zweiten Läufer Emilien Jacquelin. „Emilien hat das klasse gemacht, uns wieder in Führung zu bringen. Manchmal ist es vielleicht einfacher, zu jagen statt gejagt zu werden. Das Wichtigste war, dass wir gewinnen, und das haben wir heute geschafft. Die erste olympische Goldmedaille für die französische Staffel, das bedeutet mir viel.“

Jacquelin: „Strafrunde ist nicht das Ende der Welt“

Jacquelin gab sich gegenüber France 2 Television selbstsicher. „Ich kenne diesen Sport zu gut um zu denken, dass eine Staffel nach einer Strafrunde verloren ist. Es sind vier Starter und ein langes Rennen. Wir mussten 50 Sekunden gutmachen, dazu waren wir absolut fähig.“ Jacquelin nutzte seine Emotionen, um Boden gutzumachen, und erklärte Eurosport: „Ich bin mit Verve, mit Entschlossenheit und mit Herzblut gelaufen. Das hat uns diese Medaille eingebracht.“

Spannung bei Schlussläufern

Schlussläufer Eric Perrot und seine Rivalen machten es noch mal spannend, so Fillon Maillet: „Ein Wechselbad der Gefühle. Bis Mitte der letzten Runde war noch nichts klar. Wir dachten, Vetle würde noch mal aufholen und der Sieg wäre dahin. Dann kam Eric ins Ziel und brach zusammen. Er hat alles gegeben, ist für die französische Mannschaft bis ans Limit gegangen. Danke, Eric!“

„In Gedanken bin ich bei gemeinsamen Emotionen und Erfolgen“

Mit dieser Staffel-Goldmedaille ist Fillon Maillet nun der erfolgreichste französische Winter-Olympionike aller Zeiten und hat Martin Fourcade überholt. Und doch verwies er in aller Bescheidenheit auf die Mannschaftsleistung. „Darüber denke ich gerade gar nicht so viel nach. In Gedanken bin ich bei gemeinsamen Emotionen und Erfolgen, nicht bei meinem Erfolg. Ich hätte mir als Kind nie träumen lassen, dass ich acht olympische Medaillen gewinnen würde, das ist völlig verrückt. Ich denke nie über Rekorde nach, nur über die nächste Chance. Ich bin froh, hier zu sein.“

Mit einem Blick zurück auf den langen Weg, der zu diesem historischen Tag für den französischen Biathlon geführt hatte, sagte Fillon Maillet weiter: „Es ist großartig, diesen Moment erleben zu dürfen. Mein Dank gebührt Fabien, Emilien, Eric, den Wachsern, den Trainern ... einfach allen.“

Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus

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