Elvira Oeberg gewinnt ersten Sprint 2023

Die Schwedin Elvira Oeberg ging nach dem Stehendschießen in Führung, flog in der 2,5 km langen Schlussrunde über den weichen Schnee im Pokljuka Sport Center und sicherte sich den Sieg im ersten Sprint der Damen über 7,5 km des Jahres 2023 in 20:25,2. Die Trägerin des Gelben Trikots, Julia Simon aus Frankreich, zeigte ebenfalls ein perfektes Schießen, landete aber 6,9 Sekunden hinter Oeberg. Platz zwei reichte aus, um ihre Führung im Gesamtweltcup vor der Schwedin zu behaupten.

„Es besser machen“

Elviras zweiter Sieg in der BMW IBU Weltcupsaison 2022/23 war süße Rache, nachdem sie den Sprintsieg in Annecy Le Grand Bornand letzten Monat verpasst hatte. „Ich freue mich über das fehlerfreie Schießen. Ich hatte bereits die Möglichkeit dazu in Frankreich, habe aber den letzten Schuss daneben gesetzt. Heute wollte ich es besser machen. Ich bin überglücklich. Es ist der perfekte Start ins neue Jahr.“

„Es hat funktioniert“

Die Siegerin gab zu, dass sich das erste Rennen des neuen Jahres seltsam anfühlte und sie beinahe ein wenig überraschte. „Es war komisch, dass wir heute gelaufen sind. Wir sind am Dienstag angereist und hatten nur einen Trainingstag. Ich dachte: ‚Oh, es ist schon so weit‘. Am Ende habe ich getan, was ich auch im Training mache. Ich habe mein Ding durchgezogen und es hat funktioniert!“

„Cool bleiben“

Elviras Sieg sah leicht aus, doch laut der Schwedin war es nur möglich, weil sie sich selbst so gut kennt und während des Rennens klug taktiert hat. „Ich habe nichts Besonderes gemacht. Ich bin jetzt auf einem Niveau, auf dem ich noch ein derartiges Rennen zeigen kann, selbst wenn ich mich nicht 110%ig konzentriere und meine Beine nicht super frisch sind. Es wäre toll, wenn das auch den Rest der Saison so bleibt. Ich war seit September nicht mehr in derart großen Höhenlagen. Es ist also nicht perfekt… Ich habe darüber gestern Abend mit Johannes geredet. Man muss klug sein und die Rennen in der Höhe nicht so schnell angehen.. Meine Beine taten auf der ersten Runde weh… Also musste ich cool bleiben.“

Die Italienerin Dorothea Wierer blieb ebenfalls fehlerfrei und kam mit einem Rückstand von 18,7 Sekunden auf Rang drei.

Paulina Batovska Fialkova führte nach dem Liegendschießen, leistete sich stehend aber einen Fehler und erreichte am Ende mit Platz vier Saisonbestleistung. Die Tschechin Marketa Davidova kam mit einem Fehler und einem Abstand von 28,7 Sekunden auf Rang fünf. Sechste wurde Denise Herrmann Wick aus Deutschland mit zwei Fehlern und einem Rückstand von 36,3 Sekunden.

Warm und windstill

Das erste Rennen 2023 fand unter leicht bewölktem Himmel, warmen 4°C und Windstille auf der Hochebene von Pokljuka statt. Das warme Wetter machte den Schnee weich und die Strecken langsam. Startnummer drei, Batovska Fialkova, startete mit einer schnellen, fehlerfreien Liegendeinlage ins neue Jahr und ging in Führung. Sie war sogar schneller als Elvira, die fünf Scheiben abräumte, aber 7,8 Sekunden zurücklag. Simon im Gelben Trikot machte 2023 so weiter, wie sie 2022 beendet hatte: Mit einer weiteren perfekten Liegendeinlage. Sie war allerdings drei Sekunden langsamer als Elvira. Simon sagte: „Der Schießstand ist nicht einfach, weil er so hoch liegt… Die Strecken sind sehr hart… Man muss sich konzentrieren.“

Wierer traf ebenfalls alles, lag aber ein Dutzend Sekunden zurück. In ihrem ersten Wettkampf der Saison zeigte Marte Olsbu Roeiseland, dass sie nichts an Talent eingebüßt hatte. Sie räumte alle Scheiben ab und setzte sich auf Rang zwei, 6,6 Sekunden hinter der Führenden. Davidova lag dahinter. Danach folgte Elvira.

Doro hat „endlich fehlerfrei geschossen“

Die Führende setzte stehend einen Schuss daneben, jagte aber immer noch ihrem ersten Podiumsplatz der Saison hinterher. Elvira und Wierer blieben stehend fehlerfrei. Die Schwede hatte die Nase vorn und ging mit sechs Sekunden Vorsprung in Führung.

Wierer war sehr zufrieden, dass auch ihre letzte Scheibe gefallen war und sie 10/10 geschafft hatte. „Ich freue mich, dass ich endlich ein fehlerfreies Schießen geschafft habe. Das letzte Mal war bei den Olympischen Spielen (vor knapp einem Jahr). Also vor langer Zeit. Das Wichtigste war, fehlerfrei zu bleiben. Die Strecke war schwierig. Man musste vorsichtig sein. Aber die Veranstalter haben (beim Präparieren) gute Arbeit bei diesen Bedingungen geleistet.“

Olsbu Roeiseland ließ eine Scheibe stehen und fiel aus den vorderen Plätzen heraus. Simon kämpfte dank einer perfekten Stehendeinlage weiter um die vorderen Plätze mit. Sie ging nur 4 Sekunden hinter der Schwedin auf die letzte Runde.

Starke Schlussrunden

Bei der Zwischenzeitnahme bei 6,1 km lag Elvira 9 Sekunden vorn und machte weiterhin Boden gut. Im Ziel war ihre Zeit nur schwer zu unterbieten. Wierer zeigte ebenfalls eine starke Schlussrunde, konnte aber mit Elviras Geschwindigkeit nicht mithalten. Hinter ihr gab Simon alles, konnte der Schwedin aber ebenfalls nicht das Wasser reichen und landete 6,9 Sekunden hinter Elvira, aber ein Dutzend Sekunden vor Wierer auf Rang zwei.

Simon: „Glücklich…trotz hartem Rennen“

Die zweitplatzierte Trägerin des Gelben Trikots war sehr zufrieden mit ihrer Leistung. Viele französische Fans hatten sie und ihre Teamkolleginnen angefeuert. „Ich bin glücklich. Es war ein hartes Rennen, vor allem auf der Strecke, denn meine Beine taten sehr weh. Das perfekte Schießen war das Wichtigste.“

In Hinblick auf die französischen Fans sagte sie: „Es ist verrückt. Die französischen Fans sind überall. Es ist sehr cool, sehr schön. Sie sind sehr wichtig. Es ist toll, zu sehen, wie sie das französische Team an der Strecke anfeuern.“

Fotos: IBU/ Christian Manzoni, Svoboda

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