Fehlerfreies Schießen bringt Verfolgungssieg für Elvira Oeberg

Die Schwedin Elvira Oeberg schaffte heute zum ersten Mal in dieser Saison ein fehlerfreies Rennen und sichert sich so in 29:42,4 ihren ersten Saisonsieg in der Verfolgung der Damen über 10 km in Annecy Le Grand Bornand. Elviras heutiger Sieg lag nur einen Tag vor ihrem ersten BMW IBU Weltcupsieg letztes Jahr am selben Austragungsort, ebenfalls in der Verfolgung. Danach folgte 2021 der Massenstartsieg.

„Fantastisch“

Zusätzlich zu ihrem Sieg stellten vier fehlerfreie Schießeinlagen eine neue Saisonbestleistung für die 23-Jährige dar. „Es ist fantastisch. Viermal Null im Weltcup. Dass ich das geschafft habe, macht mich glücklich und stolz.“

„Ein unglaublich guter Tag“

Sie fand es schwierig zu erklären, warum sie so viele erstmalige Momente an diesem Ort erlebt hatte. „Ich weiß es nicht. In exakt diesem Wettkampf habe ich zum ersten Mal gewonnen und jetzt habe ich es erneut geschafft. Ich hatte einfach einen unglaublich guten Tag heute. Es waren schwierige Bedingungen, aber ich habe mich konzentriert. Ich bin so stolz, dass ich meinen Fokus am Schießstand nicht verloren habe. Ich habe auf Bahn eins gestanden und einfach getroffen.“

Die Italienerin Lisa Vittozzi kam mit zwei Fehlern und einem Rückstand von 20,4 Sekunden auf Platz zwei. Dritte wurde die Französin Julia Simon mit drei Strafrunden und einem Abstand von 46,9 Sekunden.

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„Ein Podestplatz zu Hause ist etwas Besonderes“

Obwohl sie nicht gewinnen konnte, hatte Simon einen guten Tag. „Auf meiner Heimstrecke das Gelbe Trikot zu tragen, ist verrückt. Jeder feuert uns an. Aber dabei Gelb zu tragen, ist etwas Besonders… Es war heute eine Freude zu laufen. Hier herrscht eine tolle Atmosphäre. Die Menge ist verrückt. Jeder hat gejubelt. Meine Familie und Freunde waren hier, es war der perfekte Tag. Ein Podestplatz zu Hause ist etwas Besonderes.“

Die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold schoss drei Fehler und kam 1:19,9 hinter der Siegerin auf Rang vier. Fünfte wurde Vittozzis Teamkollegin Dorothea Wierer mit drei Strafrunden und einem Rückstand von 1:51,9. Die Schwedin Linn Persson kam mit einem Fehler und einem Abstand von 1:56,1 auf Platz sechs.

Simon und Elvira in Führung

Die Bedingungen waren genauso wie im Herrenrennen: Aufgrund von Sicherheitsbedenken wegen der vereisten Strecken wurden die Runden stark gekürzt. Denise Herrmann-Wick führte das Feld zum ersten Liegendschießen, musste aber gleich in die Strafrunde. Angeführt von Vittozzi, Persson und Anna Magnusson blieben sieben Damen fehlerfrei und lagen innerhalb von 17 Sekunden.

Simon und Elvira trafen beim zweiten Liegendanschlag parallel alle Scheiben und gingen in Führung. Vittozzi schoss einmal daneben. Tandrevold, Sophie Chauveau und Magnusson trafen alles und lagen 12,2, 29,5 und 42,2 Sekunden zurück.

Gegen die Elemente

Die Siegerin wusste, wie schwierig es heute war, gegen die Elemente und die schwierigen Bedingungen anzukommen. „Ich wusste, es würde ein schweres Rennen werden. Bei diesen Strecken musste man seinen Fokus verändern. Man musste das Laufen sehr klug angehen und durfte sich nicht stressen lassen, denn dann verlor man den Halt, kam quasi zum Stehen und wurde nur noch frustrierter. Man musste ruhig bleiben und sich auf den Schießstand konzentrieren. Das war eine Herausforderung, aber ich war gut vorbereitet.“

Kopf-an-Kopf-Rennen

Das französisch-schwedische Duo lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Simon lag immer einen halben Schritt vor Elvira auf dem Weg zum ersten Stehendschießen. Die Trägerin des Gelben Trikots musste am Ende in die Strafrunde und fiel 15 Sekunden hinter die fehlerfrei schießende Elvira zurück. Tandrevold schoss einen Fehler, ging aber als Dritte zurück auf die Strecke, 34,5 Sekunden hinter Elvira. Vittozzi und Wierer lagen 42,2 bzw. 59,1 Sekunden zurück. Vittozzis Laufstärke verschaffte ihr auf dem Weg zum letzten Schießen eine gute Ausgangsposition. „Ich habe mich gut gefühlt. Ich habe von der ersten Runde an angegriffen. Ich bin sehr zufrieden.“

Elvira flog über den Schnee zum letzten Stehendschießen und räumte alle Scheiben ab, während Simon zweimal in die Strafrunde musste und ihrer schwedischen Rivalin so den Sieg überließ. Elvira sagte darüber: „Ich kam zum letzten Schießen. Julia lag wie letztes Jahr wenige Sekunden hinter mir. Ich wusste also, was ich (von den laut jubelnden Massen) zu erwarten hatte. Ich wusste, sie würde schnell schießen. Ich musste mich also auf mich selbst konzentrieren… Ich denke, das habe ich gut hinbekommen. Vor allem dank der Erfahrung im letzten Jahr.“

Vittozzi blieb fehlerfrei und ging 14,6 Sekunden hinter Elvira auf die Schlussrunde. Das Treppchen stand fest.

Schießen, Massenjubel: „Man muss es erleben, um es zu verstehen“

Über das Schießen und die gleichzeitig laut jubelnden Fans sagte die Weltcupgesamtführende: „Ich wollte besser am Schießstand sein. Liegend lief es gut, aber stehend waren es zu viele Fehler. Es war ein guter Kampf gegen Elvira und Lisa. Heute hatte ich einen sehr guten Tag… Am Schießstand war es sehr seltsam. Wenn man ankam, jubelten alle. Wenn man dann die Waffe anlegt, ist alles still, niemand macht ein Geräusch. Und wenn der erste Schuss die Scheibe trifft, bricht die Hölle los. Man muss es erleben, um es zu verstehen.“

Fotos: IBU/Christian Manzoni, Vianney Thibaut

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