Dresden Tagebuch: Ein Blick hinter die Kulissen eines spannenden Sportevents

Der City-Biathlon in Dresden hat erneut ein spektakuläres Sportereignis geboten: Tereza Voborníková und Justus Strelow haben ihre ersten Siege errungen. Aber auch hinter den Kulissen war es ein spannender Tag. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise.

Wir beginnen den Tag ganz gemütlich. Die Dresdner Innenstadt ist an einem Sonntagmorgen menschenleer; die Luft ist klar und frisch. Von der Hektik, die wenige Stunden später im Stadion herrschen wird, ist noch nichts zu spüren. Die Athleten essen Haferbrei zum Frühstück, gehen morgens joggen oder drehen mit dem IBU-Team Videos für die sozialen Medien. Vítězslav Hornig ist zum ersten Mal in Dresden: „Ich bin schon ganz aufgeregt. Ich habe schon einiges über die Atmosphäre in Dresden gehört und bin gespannt, was mich erwartet.“ Vor dem Hotel haben sich einige Fans versammelt, um ein Foto oder ein Autogramm von ihren Idolen zu ergattern.

Auf zum Stadion

Auf dem Weg zum Stadion werfen wir einen Blick auf die Strecke. Dann setzen wir unseren Rundgang durch das Stadion fort und erkunden alle Wege: Was befindet sich wo, und wie komme ich dorthin? Auch für die Athleten ist dies Teil ihrer Wettkampfvorbereitung. Die Tribünen füllen sich langsam. Da es auch einen Juniorenwettkampf gibt, schießen Junioren und Senioren gemeinsam ihre Gewehre ein. Lukas Tannheimer aus Deutschland schießt auf Bahn eins, direkt neben ihm steht Sturla Holm Laegreid. Die Athleten sind entspannter als bei einem Weltcup-Rennen. Sie nehmen sich immer wieder die Zeit, mit Fans zu plaudern oder ein paar Worte mit Konkurrenten oder Trainern zu wechseln. Nach dem Qualifikationsrennen versuchen sie, sich inmitten des Trubels im Stadion zu erholen. Vitalii Mandzyn liegt entspannt auf einer Trainingsmatte in der Umkleidekabine und scrollt auf seinem Smartphone.

Auch viele ehemalige Athleten sind nach Dresden gekommen. Anais Bescond ist mittlerweile Trainerin der französischen Para-Mannschaft und hat die besondere Aufgabe, mit einem Glockenschlag die letzte Runde des Frauenrennens einzuläuten. Erik Lesser ist als Juniorentrainer vor Ort und feuert seine Athleten vor dem Wettkampf an. Michael Rösch ist für die Unterhaltung im Stadion zuständig.

Neue Erfahrungen als Trainerin

Lotte Lie und Laegreid erhalten während des Wettkampfs ganz besondere Unterstützung: Beide haben ihre Mütter dabei, die die Trainerrolle übernommen haben. Auch Lisa Vittozzi versucht sich auf der anderen Seite – sie zeigt Lukas Hofer seine Treffer an. Und auch die Kinder einiger Biathlon-Stars genießen es, ihre Eltern beim Wettkampf aus nächster Nähe zu beobachten.

Die Stimmung ist den ganzen Tag über ausgelassen. Einige Fans haben Plakate gebastelt; in einem Bereich des Stadions steht beispielsweise: „Justus Strelow trifft akkurater als die Wettervorhersage“, während ein großes Transparent mit Sturlas Gesicht immer wieder von den Kameras eingefangen wird. Besonders laut wird die Menge, als Justus Strelow als Führender in die letzte Runde geht. Über 4.000 Zuschauer feiern; der DJ spielt „Stand Up“ und die Menge skandiert „Justus, Justus!“.

Siegerehrung mit besonderen Beobachtungen

Nach seinem Sieg wird Justus Strelow mit Glückwünschen überschüttet. Wo immer er hinkommt, wird er umarmt und beglückwünscht, und er lächelt in die Kameras. Auf dem Siegerpodest fehlt jedoch jemand neben ihm und dem Zweitplatzierten Eric Perrot – Lukas Hofer musste nach dem Rennen direkt in ein Taxi steigen, um seinen Flug nach Italien zu erwischen. Stattdessen feierten Tereza Voborníková, Anna Gandler und Lisa Vittozzi gemeinsam. Für die junge Tschechin gab es gleich zwei Gründe zum Feiern: Sie hat gerade ihren Masterabschluss gemacht. Das Outfit des Tages trägt jedoch der Junior Lukas Tannheimer: Seine Schuhe bei der Siegerehrung sind vom Film „Cars“ inspiriert.

Eine halbe Stunde nach der Medaillenverleihung ist es im Stadion wieder still geworden. Die Fans haben sich verabschiedet und die Athleten sind auf dem Heimweg. Justus Strelow sitzt noch immer im Pressekonferenzraum und scrollt durch sein Smartphone. Es scheint, als genieße er diese ruhigen Momente. Wir verabschieden uns von Dresden mit einer Fülle von Erinnerungen im Gepäck.

Fotos: Yevenko/IBU, Gerth/IBU

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