Neue Saison, neue Trainer
Seit dem Saisonende haben sich einige Trainerwechsel ergeben. Große Veränderungen gab es bei den Teams aus Norwegen, Deutschland, Slowenien, der Ukraine und Schweden. Im Gegensatz dazu blieb Polen seinem Trainerstab treu. Italien, die USA und die Schweiz müssen ihr neu berufenes Trainingspersonal erst noch bekannt geben.
Norwegen befördert Oberegger und Olsbu Roeiseland
Die Norweger machten Anfang April als erste ihre Veränderungen öffentlich. Sie stellten ihren Trainerstab jedoch nicht komplett um. Es lief eher nach dem Motto: Neue Positionen für altbekannte Gesichter. So wurde Patrick Oberegger, der seit 2018 die Damenmannschaft leitete, nun der Cheftrainer der Herren. Obereggers Fähigkeiten am Schießstand und seine jahrelange Zusammenarbeit mit dem nicht mehr zum Trainerstab zählenden Siegfried Mazet stellen einen weichen Übergang sicher und bilden eine solide Basis für das Herrenteam. Anders Overby ersetzte Egil Kristiansen als Konditionstrainer. Vetle Sjaastad Christiansen sagte NRK: „Patrick hat die Erfahrung und ist ein Meister am Schießstand, während Anders frischen Wind ins Konditionstraining bringt.“ Er erzählte auch, dass die Athleten für Oberegger gestimmt haben. „Wir haben alles getan, um ihn zu halten.“
Da der Italiener nun ins Herrenlager wechselt, übernimmt Sverre Olsbu Roeiseland die Führung der Damenmannschaft. Der ehemalige Damentrainer des deutschen Teams hat bereits jahrelang die norwegische IBU-Cup-Mannschaft geleitet. Ihm wird die ehemalige Langläuferin Marthe Kristoffersen zur Seite stehen.
Vorbereitung auf Oslo 2029
Die Aufgabe der neuen Trainer unter dem ebenfalls neuen Sportdirektor Lars Mæland ist es, die Norweger „bis zu den Weltmeisterschaften in Oslo 2029 in eine bestmögliche Position zu bringen… und sowohl die Leistungen des Teams als auch der einzelnen Athleten mit der Zeit weiterzuentwickeln.“ Vor kurzem erst wurden Andreas Kvam und Ronny Hafsås als Nachwuchstrainer (IBU Cup) für die Damen- und Herrenmannschaft bestätigt.
Flunger geht nach Deutschland
Das deutsche Team ersetzte den Damentrainer Olsbu Roeiseland durch Sandra Flunger, welche die Schweiz nach acht Jahren verlässt. Flunger bringt Schießkenntnisse, Managementfähigkeiten und soziale Kompetenzen in die deutsche Mannschaft ein. Sie sagte: „Ich möchte meine Erfahrung einbringen und das Team mit den Mitarbeitern und den Athleten weiterentwickeln. Deutschland zählte immer zu den führenden Biathlonnationen. Es sollte daher unser Ziel sein, das vorhandene Potential voll auszuschöpfen.“
Der 37-jährige Denny Andritzke wird Flunger assistieren. Andritzke ist bereits seit sechs Jahren als Biathlontrainer in Deutschland aktiv und arbeitete zuletzt mit der Damengruppe in Oberhof.
Auchentaller nach Slowenien
Armin Auchentaller wird nach 13 Jahren beim US-Team der neue Cheftrainer Sloweniens. Auchentaller führte die USA zum Erfolg. Unter ihm errangen Susan Dunklee und Campbell Wright WM-Medaillen. In Slowenien übernimmt er nun eine sehr junge Mannschaft, die auch Jakov Fak und Anamarija Lampic umfasst. Auchentaller freut sich auf seine neue Position und die vor ihm liegenden Herausforderungen. Er meinte dazu: „Es ist hauptsächlich ein Gefühl. Das Land liegt nah an zu Hause. Und ich habe viel Gutes über das Team gehört… Eine solide Truppe. Ich freue mich darauf, mit den Athleten, Trainern und den Vereinen zusammenzuarbeiten.“ Rok Tršan geht als Assistenztrainer nach Italien.
Kähkönen von Italien nach Schweden
Schweden füllte die Lücke in seinem WM-Trainerstab, die durch den Rücktritt von Jean-Marc Chabloz entstanden war, mit der Verpflichtung von Jonne Kähkönen. Der Finne hat vier erfolgreiche Jahre bei den Italienerinnen hinter sich. Unter ihm sicherte sich Lisa Vittozzi den Weltcupgesamtsieg und Olympiagold in der Verfolgung. Außerdem holte das Team olympisches Silber in der Mixed-Staffel. Kähkönen arbeitete bereits als Trainer in Finnland und in den USA und wird nun mit Cheftrainer Johannes Lukas, Schießtrainer Johan Hagstrom und Matthias Nilsson zusammenarbeiten. Obwohl Kähkönen auch weiterhin in Finnland wohnt, wird er sowohl beim täglichen Training in Östersund als auch in den Trainingslagern eine aktive Rolle spielen. Er sagt der Presse: „Ich bin fasziniert vom schwedischen System mit einem starken Zentrum in Östersund und täglichem Kontakt zwischen den Trainern und Athleten. Ich freue mich darauf, bald auch ein Teil davon zu sein. Man kann das große Potential der schwedischen Nationalmannschaft gar nicht verkennen. Ich hoffe, dass ich meine Erfahrung einbringen und ihnen dabei helfen kann, einen Schritt in die Zukunft zu machen.“
Semenov und Khvostenko leiten das ukrainische Team
Die Ukraine startet mit einem wahren Frühjahrputz in den neuen olympischen Zyklus. Der dreimalige Staffelsilbermedaillengewinner bei Olympia und Weltmeisterschaften, Sergii Semenov, wird als Cheftrainer der Herren fungieren und ersetzte die erfahrene Nadia Bilova, die das Team in den letzten beiden Saisons führte. Bei den Damen ersetzt die viermalige IBU WM-Medaillengewinnerin Oksana Khvostenko Mykola Zots als Cheftrainerin.
Vierjährige Verlängerung für Torgersen und Velepec
Polen blieb seinem Damencheftrainer Tobias Torgersen und seinem Herrencheftrainer Uros Velepec treu und verlängerte ihre Verträge um weitere vier Jahre bis zu den Olympischen Winterspielen 2030. Der Verband sagte dazu: „Die Entscheidung beruht auf den sportlichen Ergebnissen. Die vergangene Saison hat sichtbare Fortschritte gebracht. Die polnische Biathleten konnten sich verbessern und haben Karrierebestleistungen erreicht.“
Die Trainerfrage ist allerdings noch nicht in allen Nationen geklärt. Wir werden sehen, wer die Athleten zu den Olympischen Spielen 2030 führen wird.
Fotos: IBU/Christian Manzoni, Nordnes, Nordic Focus