Die letzte Runde auf dem Trainerkarussell 2026: Gjelland, Slesingr und Pichler
Nach einer langen und anstrengenden Olympia-Saison haben sich mehrere Mannschaften mit der Trainer-Entscheidung länger Zeit gelassen als üblich. Tschechien machte Schlagzeilen mit der Wiedervereinigung von Michal Slesingr mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Ondrej Moravec als Trainer der Männer. Derweil konnte Italien den ehemaligen Trainer der tschechischen Frauen Egil Gjelland für die italienische Frauenmannschaft gewinnen.
Rybar jetzt Cheftrainer
Tschechien stellte das Trainerteam für den nächsten Olympia-Zyklus neu auf. Bei den Männern stieß Slesingr dazu, während Ondrej Rybar Sportdirektor bleibt, jetzt aber auch als Cheftrainer fungiert. Rybar wird bei der Trainingsabstimmung von A- und B-Kader unterstützen. Der ehemalige Herrentrainer Michael Málek übernimmt den B-Kader und ist für den Nachwuchs zuständig.
„Wenn (Slesingr) für eine Sache brennt, gibt er 180 %“
Moravec, selbst erfolgreicher Olympionike, hält Slesingr für eine gute Ergänzung und sagt über den ehemaligen Mannschaftskameraden: „Er weiß, was er tut, das ist viel wert. Er hat noch nicht so viel Erfahrung als Trainer, aber er war einmal der beste Athlet unseres Landes, wollte immer viel über das Training lernen und hat viele Fragen gestellt. Ich kenne ihn sehr gut, und wenn er für eine Sache brennt, dann gibt er 180 Prozent. Ich glaube, er hat das Zeug, ein richtig guter Trainer zu werden, und bringt frischen Wind und einen unverbrauchten Blick mit.“
Gjelland nach Italien
Italien verpflichtete den Norweger Gjelland für das Training der Frauenmannschaft in den kommenden Jahren. Der Staffel-Olympiasieger aus dem Jahr 2002 trainierte zuvor die norwegische Frauenmannschaft und war zuletzt der erste ausländische Trainer in Tschechien, deren Frauenmannschaft er über sechs Saisons trainierte. Co-Trainer wird Edoardo Mezzaro.
Pichler in Österreich
Österreich stellte die Strukturen im Biathlon und auch das Trainerteam für die kommende Saison komplett um. Wolfgang Pichler wechselt nach Österreich und wird Planung und Training für die Weltcup-Mannschaft verantworten. Der österreichische Biathlon-Chef Christoph Sumann dazu: „Mit der Verpflichtung von Wolfgang Pichler ist es uns gelungen, einen der größten Biathlonfachmänner nach Österreich zu holen. Er hat in seiner langen Laufbahn mit verschiedenen Nationen unzählige Erfolge gefeiert. Seine Expertise ist unbestritten und ich bin mir sicher, dass das gesamte Team von seiner jahrelangen Erfahrung profitieren wird.“
Felian Schubert, der zuvor im Nordischen Ausbildungszentrum Eisenerz tätig war, wird die Rolle als Cheftrainer der Herren übernehmen und ersetzt Ludwig Gredler. Gredler leitet künftig den Stützpunkt in Hochfilzen. Bei den Frauen kehrt Markus Fischer als Cheftrainer zurück, der diese Rolle schon 2020-24 übernommen hatte.
Einaste steigt auf zum Cheftrainer der Schweizer Männer
Auch in der Schweiz gab es Platzwechsel und Zuwachs nach dem Weggang von Sandra Flunger. Kein Einaste rückt zum Cheftrainer der Männer auf. Gion-Andrea Bundi, vor einigen Jahren schon Schweizer Juniorentrainer, übernimmt als Cheftrainer der Frauen. Bundi hatte mit Amy Baserga und Lea Meier als Juniorinnen gearbeitet und kennt das Team somit gut.
Der Trumpf ist der vierfache Olympiasieger Ricco Groß, der zuletzt den Trainingsstützpunkt in Lenzerheide geleitet hatte. Der Deutsche hat umfangreiche Weltcup-Erfahrung in Deutschland, Russland, Österreich und Slowenien. Gross wird zusammen mit Andreas Kuppelwieser das Schießtraining bei Frauen und Männern verantworten.
Amat bleibt noch über den Sommer
Jean-Pierre Amat, seines Zeichens Olympiasieger im Sportschießen, hatte sich in aus dem Weltcup verabschiedet und an Nachfolger Siegfried Mazet übergeben, doch bleibt er dem französischen Verband vorerst erhalten. Während die Excellence-2030-Trainerin Claire Breton in Elternzeit ist, betreut Amat die Gruppe bis zum Ende seines Vertrags im November. Abschiednehmen ist eben gar nicht so leicht...
Bormetti und Gibson übernehmen Team USA
Die USA kehren mit Mike Gibson als Cheftrainer der Frauen und Emil Bormetti als Cheftrainer zu einer bewährten Konstellation zurück. Bormetti war Co-Trainer von Armin Auchentaller gewesen, der jetzt das slowenische Team übernommen hat
Bormetti zeigte sich zuversichtlich, was Mannschaft und Potential angeht. „Wir haben in den letzten vier Saisons enorme Fortschritte gemachte, und ich freue mich darauf, daran anzuknüpfen.“
Fotos: IBU/Manzoni, Nordic Focus