Christiansen sagte, dieser Sieg sei für ihn „ein perfektes Rennen. Ich bin es langsam angegangen, weil die Bedingungen für mich ziemlich hart waren. Für den weichen Schnee bin ich ein bisschen zu schwer. Vor der letzten Runde kam die Ansage von fünf, sechs Sekunden hinter Emilien, dann diese harten Runde mit dem Kampf gegen Dale-Skjevdal, das war vielleicht die beste letzte Runde, die bei diesen Bedingungen möglich war. Ich habe mir etwas zu viel zugemutet, also musste ich mich nach dem Rennen kurz übergeben, aber das war es wert!“
Christiansen, der gern im Rampenlicht steht, hatte in Hochfilzen noch gesungen, wollte aber die Zugabe auf Französisch doch nicht riskieren. Stattdessen sang Jacquelin mit dem Publikum die Marseillaise. „Mein Deutsch ist besser als mein Französisch. Ich habe in der Schule fünf Jahre Deutsch gelernt. Wir haben einen französischen Trainer, von dem habe ich auch ein paar Worte gelernt, aber die wiederholt man besser nicht vor Publikum. Wir schauen mal, was sich noch ergibt.“
Christiansens Mannschaftskamerad Johannes Dale-Skjevdal, der trotz eines Fehlers in jedem Schießen fast den gesamten Nachmittag geführt hatte, wurde mit 3,5 Sekunden Rückstand Zweiter. Der französische Fan-Favorit Emilien Jacquelin wurde mit fehlerfreiem Schießen und 5 Sekunden Rückstand Dritter.
Johan-Olav Botn im gelben Trikot und Sivert Guttorm Bakken blieben auch fehlerfrei und belegten die Plätze vier und fünf mit 6 respektive 8,6 Sekunden Rückstand. Der Schwede Sebastian Samuelsson komplettierte nach zwei Strafrunden die Top 6 mit nur 8,8 Sekunden Rückstand. So knapp waren die Abstände in den Top 6 der Männer noch nie zuvor in der Weltcup-Geschichte.
Die Männer gingen bei geradezu frühlingshaftem Wetter, leichter Bewölkung und fast völliger Windstille an den Start, allerdings auf sehr weichen Strecken. Der frühe Starter Dale-Skjevdal patzte einmal im Liegendanschlag und fiel vorerst zurück. Jacquelin schoss schnell und ging in Führung, Samuelsson lag 10 Sekunden hinter ihm. Christiansen und Botn blieben auch ohne Fehler und lagen 24 und 28 Sekunden hinter der Spitze.
Jacquelin zog auf der zweiten Runde das Tempo an, schoss im Stehendanschlag gewohnt rasant und traf nach einem Fehler alle weitere Scheiben, sodass er nun 17 Sekunden vor Dale-Skjevdal in Führung lag. Christiansen konnte sich mit einem weiteren fehlerfreien Schießen auf Rang drei verbessern und hatte 10 Sekunden Rückstand auf Jacquelin.
Dale-Skjevdal konnte die frühe Führung mit drei schnellen Runde trotz zweier Fehler zunächst verteidigen. Christiansen, der nach dem Stehendschießen noch hinten gelegen hatte, lief eine überragende letzte Runde siegte mit 3,5 Sekunden Vorsprung auf den Mannschaftskameraden und verdrängte Jacquelin auf Rang drei.
Fotos: IBU/Mobuchon, Manzoni, Nordic Focus