Aufsteiger der Saison: Fünf Newcomer auf der Biathlon-Bühne
In jeder Saison gibt es neue Gesichter im BMW IBU Weltcup – aber nur wenigen gelingt es, mit ihren ersten Auftritten auf der großen Bühne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Auch die Saison 2025/26 war hier keine Ausnahme. Besondere Startrechte zum Saisonschluss in Oslo und Einträge in die Geschichtsbücher für einen 19-Jährigen: Diese fünf Athletinnen und Athleten holten aus ihrer ersten Saison im Weltcup alles heraus, sammelten von allen Newcomern die meisten Punkte – und setzten vor allem ein Ausrufezeichen für kommende Saisons.
Martin Nevland (NOR) – 94 Punkte
Wenn es einen Newcomer gab, der aus jedem Start das meiste herausholte, dann war es Martin Nevland (im Aufmacherbild). Der Norweger ging in nur fünf Weltcuprennen an den Start, lief aber jedes Mal in die Punkte. Sein Meisterstück lieferte er in Nové Město na Moravě ab, wo er im Kurz-Einzel einen beeindruckenden fünften Platz in den Schnee zauberte und demonstrierte, dass er mit den Besten mithalten kann. Und damit nicht genug: Mit Juni Arnekleiv schaffte es Nevland in der Single-Mixed-Staffel aufs Podest und holte in seiner Debüt-Saison auch noch Punkte für die Mannschaft.
Den Großteil des Winters verbrachte er allerdings im IBU Cup, wo er den sechsten Platz in der Gesamtwertung belegte und die kleine Kristallkugel für die Massenstart-Wertung gewann.
Leonard Pfund (GER) – 88 Punkte
Die Geschichte von Leonard Pfunds Durchbruch hat einen kleinen Schönheitsfehler. In Nové Město na Moravě bekam er der Deutsche seine Chance, lieferte in der Single-Mixed-Staffel eine sensationelle Leistung ab und kam als Erster ins Ziel. Es schien so, als würde ein Traum in Erfüllung gehen, aber wegen eines Regelverstoßes wurde der Sieg wieder aberkannt.
Davon ließ sich Pfund in dieser Woche nicht beeindrucken. Stattdessen schlug er mit starken Einzelresultaten zurück – Platz 13 im Kurz-Einzel und Platz 15 im Massenstart – und bestätigte sein Potential für die Weltspitze. Den Schwung nahm er mit zu den Europameisterschaften in Sjusjøen, wo er Silber in der Verfolgung gewann und mit der Männerstaffel gleich noch eine Medaille holte.
Siri Skar (NOR) – 78 Punkte
Die einzige Frau in diesen Top Fünf – und eine, die gleich mit einem Paukenschlag einstieg. Mit gerade einmal 22 Jahren brauchte Siri Skar keine Eingewöhnungszeit. Ihr Weltcup-Debüt feierte sie in Ruhpolding, lief dort gleich in die Top 30 mit einem 27. Platz im Sprint und qualifizierte sich beim ersten Weltcupstart direkt für den Verfolger.
Ein Schlüsselmoment war ihr Start beim Kurz-Einzel Nové Město na Moravě, wo sie mit weniger als 30 Sekunden Rückstand aufs Podest den 7. Platz belegte.
Gaëtan Paturel (FRA) – 50 Punkte
Die Grundlage für Gaëtan Paturels erste Weltcup-Saison waren starke Leistungen im IBU Cup, wo er den Gesamtsieg holte – übrigens der erste Franzose, dem das gelang – und auch noch die Disziplinwertungen für Sprint und Verfolgung gewann. Damit hatte er sich das Ticket nach Oslo geschossen, wo er beim Weltcup-Finale großen Eindruck hinterließ.
Nach einem 32. Platz im Sprint machte er im Verfolger immerhin ganze 22 Plätze gut und schaffte es in die Top 10. Das wiederum reichte für einen Startplatz im Massenstart, wo er die Saison trotz sieben Strafrunden mit einem 26. Platz beendete.
Grzegorz Galica (POL) – 35 Punkte
Der jüngste Newcomer auf der Liste – und vielleicht der, der am meisten Furore machte. Mit nur 19 Jahren absolvierte Grzegorz Galica sein Weltcup-Debüt in Hochfilzen und lief im Sprint gleich auf Platz 24. Damit wurde er der jüngste Athlet seit 1996, der Weltcup-Punkte holte. Dieses Ergebnis verbesserte er in Oberhof noch auf einen 23. Platz und demonstrierte überraschende Konstanz für sein Alter.
Anders als die anderen Athletinnen und Athleten auf der Liste startete Galica auch bei den Winterspielen, konnte als beste Leistung einen 33. Platz im Einzel verbuchen und verhalf der Männerstaffel zu einem 11. Platz. Seine Saison rundete er bei den Juniorenweltmeisterschaften in Arber mit Gold im Sprint ab, ein klares Zeichen dafür, dass diese Saison erst der Anfang war.
Viele Wege, viele Highlights, doch eines haben alle gemeinsam: Sie haben ein Ausrufezeichen gesetzt. Mit dieser Saison als Einstieg könnte der nächste Schritt sie ganz nah an die Weltspitze heranführen.
Fotos: IBU Photopool