Obwohl es leicht aussah, gab Botn zu, dass der Sieg schwer erkämpft war. „Ich war etwas schockiert, als ich zur ersten Zwischenzeit kam und so weit zurücklag. Ich war nach dem letzten Rennen ziemlich sicher gewesen, dass ich schnell unterwegs war. Als ich hörte, dass ich 15 Sekunden zurücklag, war ich etwas gestresst. Ich dachte, dass Rennen wäre schon vorbei, aber dann hat scih alles gedreht. Ich bin geschockt, dass es am Ende so gut gelaufen ist.“
Bisher hat Botn in dieser Saison 40/40 am Schießstand geschafft, doch er weiß, dass diese Serie nicht für immer so weitergehen wird. „Ich bin sehr stolz auf meine Leistung, aber ich weiß, dass ich später in der Saison noch Fehler schießen werde. Also werde ich es einfach genießen, dass ich jeden Schuss ins Ziel setze. Ich habe mir vorgenommen, nicht traurig zu sein, wenn ich eine Scheibe verfehle!“
Das Gelbe Trikot zu tragen „war mein Traum seit meiner Kindheit. Ich habe mich dafür bereit gefühlt, weil ich schon so lange davon geträumt habe. So viele Jahre lang. Das ist total verrückt.“
Botns Teamkollege Martin Uldal schuss fehlerfrei und wurde hinter Botn zum zweiten Mal hintereinander Zweiter mit einem Rückstand von 11,1 Sekunden. Der Franzose Quentin Fillon Maillet traf ebenfalls alles und belegte mit einem Abstand von 25 Sekunden Rang drei.
Der Norweger Sturla Holm Laegreid schoss einen Fehler und schob sich knapp vor dem Lokalmatadoren Sebastian Samuelsson, der ebenfalls einmal patzte. Sie lagen 25,0 und 25,1 Sekunden zurück. Vetle Sjaastad Christiansen blieb fehlerfrei und kam mit einem Rückstand von 29,7 Sekunden auf Platz sechs. Damit kamen vier Athleten in der Top 6 aus Norwegen.
103 Herren starteten in den ersten Sprint der neuen Saison bei leichtem Schneefall. Botn mit dem Gelben Trikot blieb liegend fehlerfrei, lag aber 15 Sekunden hinter der Bestzeit von Campbell Wright. Uldal traf ebenfalls alles und war neun Sekunden schneller. Fillon Maillet rutschte auf Rang 17 ab.
Botn nahm Fahrt auf, räumte alle Stehendscheiben ab und ging in Führung. Uldal kämpfte gegen den Wind bei seinem letzten Schuss und verlor dabei wertvolle Sekunden. Er ging schließlich mit einem Rückstand von 9,9 Sekunden auf die Schlussrunde. Fillon Maillet blieb ebenfalls fehlerfrei und lag 4 Sekunden vor Uldal. Botn flog über die letzte Runde. Niemand konnte ihn mehr einholen. Uldal verlor Zeit, schob sich aber noch vor Fillon Maillet auf Platz zwei.
Der BMW IBU Weltcup in Östersund schließt mit den Verfolgungsrennen am Sonntag.
Fotos: IBU/Per Danielsson, Christian Manzoni, Nordic Focus