Letztes Schießen sichert Johan-Olav Botn Triumph in der Verfolgung
Die beiden Norweger Johan-Olav Botn und Johannes Dale-Skjevdal duellierten sich in der Verfolgung der Männer von Annecy-Le Grand Bornand bis zum letzten Stehendschießen. Während der Träger des Gelben Trikots alle Scheiben traf, musste sein Landsmann zweimal in die Runde, sodass Botn in 31:20,8 Minuten zum Sieg lief. Mit seinem dritten Saisonerfolg und dem sechsten Podium seiner Karriere behält der Norweger das Gelbe Trikot auch über den Jahreswechsel hinaus.
Gutes Gefühl
Botn räumte ein, dass er sich beim heutigen Verfolger besser fühlte als beim gestrigen Sprint, bei dem er als Vierter das Podium nur um eine Sekunde verpasste: „Heute ging es in der Loipe viel besser als gestern. Dass ich sowohl im Sprint als auch in der Verfolgung alle Scheiben treffe, ist mir bis dato noch nie geglückt. Das ist eine Premiere.“
Träumen erlaubt?
Durch seinen Tagessieg schraubte Botn, der in dieser Saison bisher insgesamt nur drei Scheiben verfehlte, sein Punktekonto in der Weltcup-Gesamtwertung auf 510 Zähler nach oben und hat damit ein deutliches Polster auf den zweitplatzierten Eric Perrot (372). „Es fühlt sich an wie ein Traum. Und ich würde diesen Traum gern noch ein bisschen weiterleben.“
Zweiter wurde der Franzose Emilien Jacquelin, der sich insgesamt drei Strafrunden einhandelte und sich mit einem Rückstand von 17,6 Sekunden im spannenden Kampf um das Podium 0,3 Sekunden vor Dale-Skjevdal durchsetzte (zwei Fehler, beide im letzten Stehendanschlag).
Jacquelins Landsmann Eric Perrot kam nach einer Strafrunde mit 18,3 Sekunden Rückstand auf Rang vier. Die beiden Schweden Sebastian Samuelsson (vier Fehler, +22,5 Sekunden) und Martin Ponsiluoma (drei Fehler, +24,7 Sekunden) landeten auf den Plätzen fünf und sechs.
Norwegisches Duell
Bei der Verfolgung der Männer über 12,5 km herrschten dieselben windstillen Bedingungen wie am Nachmittag bei den Frauen. Nach dem ersten Schießen lag Ponsiluoma vor Dale-Skjevdal und Botn in Führung. Alle drei blieben fehlerfrei. Dahinter folgte Jacquelin (+11 Sekunden), der einmal kreiseln musste.
Botn und Dale-Skjevdal räumten ihre fünf Ziele beim zweiten Liegendanschlag nahezu synchron ab und setzten sich an die Spitze. Jacquelin schoss einmal mehr sehr schnell, verfehlte eine Scheibe, und ging als Dritter zurück auf die Strecke. Dahinter folgte Sturla Holm Lægreid, der liegend zweimal die Null brachte. In direkter Schlagdistanz folgten Vítězslav Hornig, Ponsiluoma und Perrot.
Das norwegische Duell an der Spitze fand auch im ersten Stehendschießen seine Fortsetzung, wobei Dale-Skjevdal 1,5 Sekunden vor seinem Landsmann zurück auf die Strecke ging. Dahinter räumte Perrot alle fünf Scheiben ab und schob sich auf Rang drei, Jacquelin handelte sich eine dritte Strafrunde ein und folgte als Vierter (22 bzw. 29 Sekunden zurück).
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Jacquelin sprintet auf Rang zwei
Das letzte Stehendschießen brachte dann die Entscheidung: Während Dale-Skjevdal zwei Scheiben verfehlte, räumte der Träger des Gelben Trikots einmal mehr alles ab und lief dem sicheren Sieg entgegen. Perrot und Jacquelin stellten alle fünf Scheiben extrem schnell auf Weiß und setzten sich zur Freude des französischen Publikums auf die Positionen zwei und drei. Doch Dale-Skjevdal, der mit 12 Sekunden Rückstand auf die Schlussrunde ging, holte die beiden Franzosen einen Kilometer vor dem Ziel ein. Auf den letzten 100 Metern sprintete Jacquelin aus dem Trio heraus auf Platz zwei, Dale kam knapp vor Perrot auf Rang drei.
Fotos: IBU/Mobuchon, Yevenko, Manzoni, Nordic Focus