Yurlova-Percht und Boe gewinnen Verfolger

Tarjei Boe verwandelte heute im 12,5 km Verfolger der Männer erfolgreich seine erste Startposition aus dem gestrigen 10 km Sprintrennen und die 35,2 Sekunden Vorsprung auf das restliche Feld in einen Sieg. Matvey Eliseev aus Russland griff von Position 11 aus an, verfehlte nur einmal und wurde Zweiter, während Boes Landsmann Haavard Gutuboe Bogetveit mit ebenfalls einem Fehler Dritter wurde.

Ekaterina Yurlova-Percht aus Russland nutzte ähnlich wie Boe ihre gesamte Erfahrung, um das Feld der Frauen in der 10 km Verfolgung vom Start weg zu kontrollieren und ihre erste Goldmedaille bei IBU Offenen Europameisterschaften zu gewinnen. Und ähnlich wie Eliseev im Feld der Männer griff die Weißrussin Iryna Kryuko von einem 11. Platz im Sprint aus an und holte Silber. Nadine Horchler bewies großen Kampfgeist, nachdem ein Fehler im ersten Stehendschießen sie zurückgeworfen hatte, was ihr eine Bronzemedaille einbrachte.

12,5 km Verfolgung der Männer.

Boe macht das Doppel perfekt

Tarjei Boe ging das heutige Rennen mit dem festen Plan an, seine Verfolger auf Distanz zu halten und die Bedingungen und seine eigenen Nerven so perfekt wie möglich im Griff zu behalten, um dann mit einem guten Gefühl zu den IBU Weltmeisterschaften im schwedischen Östersund aufbrechen zu können. Es war nicht so leicht, wie es aussah, sagte Boe:

„Die flachen Abschnitte auf der Strecke sind nicht leicht zu bewältigen, wenn man ganz allein ist. Es war auf diesen Abschnitten windig, und da hilft es, wenn man in der Gruppe läuft. Aber heute war es entscheidend, sich von der Gruppe fernzuhalten. Ich wusste, dass Malyshko bis zum zweiten Stehendschießen so gut schoss wie ich, also konnte ich mir auch keine Fehler erlauben. Deswegen habe ich das Gefühl, das mit nur einem Fehler wirklich gut gemacht zu haben.“

Boe beendete die IBU Offenen Europameisterschaften mit einer Silbermedaille und zwei Goldmedaillen und war mit diesem Ausgang zufrieden. „Es ging nicht nur darum, gut zwei Wochen vor Östersund meine Form zu testen. Die Bedingungen waren jeden Tag anders, es war im Einzel wahnsinnig windig, eisig im Sprint und heute hat es sich bei Nässe und Wind wieder angefühlt wie ein Formel-1-Rennen. In ein paar Tagen stoße ich dann wieder zu den Jungs aus dem Weltcup und wir fangen mit der Vorbereitung auf die ersten Rennen in Östersund an.“

Eliseev musste Malyshko einholen

Eliseev war im 10 km Sprint zwei Strafrunden gelaufen, lag aber immer noch weniger als eine Minute hinter Boe. Er verfehlte beim zweiten Liegendschießen - mit dem Liegendanschlag hat er in dieser Saison zu kämpfen - war aber auf der Strecke sehr schnell unterwegs. „Besonders auf der Abfahrt habe ich mich toll gefühlt,“ sagte Eliseev, der vor Schweden noch mal am Tempo arbeiten will. „Es war mein Plan, Malyshko vor dem letzten Schießen einzuholen und dann aggressiv anzugreifen. Es hat perfekt funktioniert.“

Im Verfolger für sich betrachtet war Eliseev der schnellste Athlet des Tages.

Mit den Besten gemessen

Der erfahrene IBU-Cup-Athlet Bogetveit ging als Zehnter ins Rennen und verfehlte im ersten Stehendschießen. Er lief dann eine eher mäßige Runde, fühlte sich müde. „Ich hatte das Gefühl, überhaupt keine Kraft mehr zu haben,“ erklärte Bogetveit. „Im letzten Stehendschießen alle Scheiben zu treffen hat mir eine Kraft verliehen, von der ich heute nicht wusste, dass ich sie habe. Ich habe auch gesehen, dass Malyshko zweimal verfehlt hat und Bocharnikov langsamer wurde. Ich habe angegriffen und Bronze gewonnen. Ich bin sehr glücklich.“

Der Lokalmatador Sergey Bocharnikov wurde Vierter, Andrejs Rastorgujevs aus Lettland Fünfter und der Bronzemedaillengewinner aus dem Sprint Dmitry Malyshko aus Russland Sechster.

10 km Verfolgung der Frauen

Keinesfalls ein leichter Sieg

Yurlova-Percht startete als Führende in das Rennen der Frauen und hoffte auf gutes Schießen. Sie lief die ersten drei Runden in Begleitung von Svetlana Mironova aus Russland und Karoline Offigstad Knotten aus Norwegen, bis sie nach weiteren fünf Treffer im ersten Stehendschießen solo auf die Runde musste.

„Es war nicht leicht, alleine zu laufen, und das als Führende mit einer Goldmedaille in Reichweite,“ sagte Yurlova-Percht. „Ich habe auf der Strecke hart gearbeitet und mich beim letzten Schießen konzentriert, um die Führung nicht zu verspielen. Es scheint so, als sei meine Schießform im Stehendanschlag wieder da. Ich habe nur einmal verfehlt und das hat am Ende für eine Goldmedaille gereicht. Es ist meine erste Goldmedaille bei den Offenen Europameisterschaften.“

„Ich habe viele Punkte verloren, weil ich in den BMW IBU Weltcupwochen 7 und 8 gefehlt habe, aber es hat sich gelohnt,“ fügte Yurlova-Percht hinzu.

Kryuko greift von hinten an 

Kryuko, die immer noch nicht wieder ganz in Form ist, gab ihr Möglichstes, den Rückstand auf die Führende Yurlova-Percht aus dem gestrigen Sprint wieder aufzuholen und griff vom Start ab an. Sie kam immer näher an die Spitze heran, verfehlte aber im ersten Liegendschießen und war Yurlova-Perchts Leistung heute nicht gewachsen, sodass es für Gold nicht reichte.

„Ich habe mich im Verlauf des Rennens immer besser gefühlt,“ sagte Kryuko. „Dafür, dass ich mich immer noch nicht 100 % fit fühle und mich wahrscheinlich noch etwas werde schonen müssen, ist das eine sehr gute Leistung. Wir haben immer noch genug Zeit, um bis Östersund wieder in Form zu kommen.“

Horchler endlich glücklich

Das Sprintrennen hatte Horchler mit dem Gefühl beendet, ihre Skier und ihre eigene Leistung hätten noch besser sein können. Heute war es einfach keine Option, keine Medaille zu gewinnen, denn nach dem Fehler im dritten Schießen war sie immer noch auf Rang 13. „Nachdem ich im letzten Schießen alle fünf Scheiben getroffen hatte, habe ich einfach ein Mädel nach dem anderen überholt. Auf dem Weg ins Ziel habe ich bemerkt, dass nur zwei Mädels im Zielbereich stehen und dann ist mir klar geworden, dass ich um Bronze laufe!“ erklärte Horchler, die in der gemischten Staffel Silber gewonnen hatte. „Nach einem vierten Platz im Einzel wiegt diese Medaille diese kleine Enttäuschung wieder auf. Zwei Medaillen, das ist prima.“

Platz vier ging an die Österreicherin Dunja Zdouc, die im Verfolger für sich gesehen die beste Leistung erbrachte, fünf ging an Knotten und sechs an die einzige Athletin des Tages mit 20 Treffern, Evgeniya Pavlova aus Russland.

Foto: IBU/Christian Manzoni

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