Was 2023 passieren könnte

Das neue Punktesystem für die Gesamtwertung und die Disziplinwertungen hat eine neue Dynamik in den BMW IBU Weltcup gebracht, und es sieht ganz danach aus, als würde die Saison 2022/2023 mit einem fesselnden Finale in Oslo enden. Mit den hochkarätigen IBU Weltmeisterschaften 2023 in Oberhof, der Rückkehr von Marte Olsbu Röiseland in Pokljuka und dem aberwitzigen Sprint-Tempo der Ex-Langläuferin und neuen Biathletin Anamarija Lampičverspricht das neue Jahr spannend zu werden. Wir blicken auf fünf mögliche Entwicklungen der nächsten drei Monate.

JT Bö und Lägreid liefern sich den ultimativen Showdown in Oslo

Bei seinem bislang besten Saisonstart aller Zeiten gewann JT Bö fünf der acht Rennen im ersten Trimester. Aber sein Vorsprung vor Sturla Holm Lägreid, der einmal gewann, fünfmal Zweiter wurde und nie schlechter als Platz sechs abschnitt, beträgt nur 34 Punkte. Da es keine Streichresultate mehr gibt und die IBU Weltmeisterschaften nicht mehr in die Gesamtwertung einfließen, zählt für die beiden norwegischen Stars jedes einzelne Rennen. JT peilt seinen vierten Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung an, Lägreid hofft auf den ersten, nachdem er in den vergangenen zwei Jahren Zweiter geworden war. Die finale Entscheidung fällt im Massenstart beim Saisonfinale in Oslo.

Simon trägt weiter Gelb

Seitdem sie ihre Schießtechnik umgestellt hat, steht Julia Simon bei den Frauen sicher an der Spitze der Gesamtwertung. Sie gewann die Verfolger von Kontiolahti und Hochfilzen und verfehlte im Liegendanschlag im ersten Trimester nur ein einziges Mal. Und - das ist vielleicht das Wichtigste - den einzigen nervösen Tag beim Sprint von Annecy ließ sie mit zweiten und dritten Plätzen in Verfolgung und Massenstart im Nu hinter sich. Sie hielt auch dem späten Angriff von Elvira Öberg im Massenstart stand und baute ihren Vorsprung vor der Schwedin auf 76 Punkte aus. All das machte eine angehende Weltcup-Gesamtsiegerin aus.

Verfolgungs-Triple für Jacquelin in Oberhof

Emilien Jacquelin hat einen Großteil des Sommers damit verbracht, seine Risikobereitschaft, seine sehr emotionale Persönlichkeit und die gewünschten Resultate miteinander in Einklang zu bringen. Nach einem Patzer beim Einzel in Kontiolahti zeigte sich Jacquelin in Finnland und Hochfilzen ausgesprochen konstant. Vor ausverkauftem Haus in Annecy Le Grand Bornand spielte er dann auf Risiko, und seine Trefferquote für die Woche sackte auf ernüchternde 66 %. Aber bei diesem Athleten, der seine Form an jedem beliebigen Tag einschalten (oder ausschalten) kann, ist damit zu rechnen, dass Jacquelin sich in Oberhof 2023 den dritten Weltmeistertitel in der Verfolgung in Folge holt, etwas, was zuletzt Ole Einar Björndalen zwischen 2007 und 2009 gelang.

Herrmann-Wick holt sich Sprint-Gold in Oberhof

Nach einer Goldmedaille im Einzel bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking scheint Denise Herrmann-Wick 2022/2023 in der Form ihres Lebens zu sein. Derzeit führt sie die Sprintwertung an, nachdem sie in Kontiolahti Sechste geworden war, in Hochfilzen gewonnen hatte und in Annecy Le Grand Bornand als Dritte über die Ziellinie gegangen war. Bei konstant hoher Laufleistung und einer Trefferquote von 93,5 % im Sprint dürfte Herrmann-Wick in Oberhof als Favoritin an den Start gehen. Und Gold holen.

Lampičholt sich ersten Podestplatz im Weltcup

Als dreifache Sprint-Medaillengewinnerin bei Langlaufweltmeisterschaften sorgte die quirlige und pfeilschnelle Anamarija Lampičim ersten Trimester bei ihrem Biathlon-Debüt für Aufsehen. Obwohl drei Scheiben schwarz blieben, wurde Lampičim Sprint von Hochfilzen Fünfte und nahm der zweitschnellsten Elvira Öberg ganze 27 Sekunden ab. Eine kurze Analyse von Lampičs drei Wettkampfwochen in Idre Fjäll, Ridnaun (beides IBU Cup) und Hochfilzen (BMW IBU Weltcup) zeigte, dass Lampičin einer eigenen Liga lief, ihre Trefferquote im Liegen bei über 75 % stabilisieren konnte und im Stehendanschlag wie zu erwarten mit einer Trefferquote um die 60 % eher Kraut und Rüben schoss. Auf dem Podest landen wird Lampičan einem guten Schießtag entweder im Sprint oder im Massenstart, wo sie mit ihrer Laufgewalt die anderen Athletinnen unter Druck setzen kann.

Foto: IBU Pool

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