Ein langer Weg zum Silber

Die Silbermedaille im Einzel bei den BMW IBU Weltmeisterschaften 2024 in Nove Mesto war für Janina Hettich-Walz eine Belohnung für alle bisherigen Anstrengungen. Es eröffnete auch einen neuen Ausblick auf ihre Möglichkeiten in den kommenden Wintern.

Janina Hettich-Walz gab ihr Weltcup-Debut in Oslo am Holmenkollen Ende der Saison 2018/19. In den vergangenen vier Saisons erlebte sie Erfolge in der Damenstaffel – und gewann ihre erste Medaille bei der BMW IBU Weltmeisterschaft 2021 in Pokljuka –, verbrachte aber auch viele Wochen im IBU Cup auf der Suche nach ihrer Form und einem Weg in den festen Weltcup-Kader.

Ihre Leistung im Einzel, die ihnen Silber einbrachte, war perfekt. Was ging Ihnen in diesen 40 Minuten durch den Kopf?

Der Einzel ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich fühlte mich läuferisch gut und habe am Schießstand nicht lange nachgedacht, sondern einfach alle 20 Scheiben abgeräumt. Am Anfang konnte ich gar nicht begreifen, was ich erreicht hatte.

Die Skier der Deutschen wirkten in der ersten Woche der Weltmeisterschaft nicht sehr schnell. Doch ihr Team nutzte den freien Tag und schaffte ein Comeback im Einzel mit zwei Medaillen von Ihnen und Benedikt Doll. Was ist hinter den Kulissen passiert?

Das gesamte Team hat sich am Montag, dem freien Tag vor den Einzelwettkämpfen, zusammengesetzt und nach Lösungen gesucht. Es war eine große Herausforderung für die Wachstechniker, da die Streckenbedingungen sich andauernd geändert haben. Aber unsere Anstrengungen wurden im Einzel belohnt. Wir hatten wirklich Top-Material!

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Wie war die Stimmung im Team, als drei deutsche Athleten im Einzel 20/20 schossen?

Selina (Grotian), Vanessa (Voigt) und ich haben 20/20 geschossen und Franziska (Preuss) hatte nur zwei Fehler. Das waren unglaubliche Schießleistungen für unser Team. An so einem Tag wurden alle für die Wochen, Monate und Jahre der harten Arbeit belohnt.

Wie verändert diese Medaille Ihre Karrierechancen?

Sehr stark. Man träumt von einer Medaille bei den Weltmeisterschaften. Und wenn man sie gewinnt, wird einem plötzlich klar, dass man ganz oben angekommen ist. Und dass viele Dinge, die erst weit entfernt schienen, plötzlich in greifbare Nähe rücken.

Sie haben Ihr BMW IBU Weltcup-Debüt in Oslo am Holmenkollen in der Saison 2018/19 gegeben. Wie haben Sie sich als Athletin in den vergangenen fünf Saisons weiterentwickelt?

Es war ein langer Weg – und manchmal ziemlich steinig – von meinem Debüt in Oslo bis zu meiner Silbermedaille in Nove Mesto. Ich hatte eine erfolgreiche Saison 2020/21 und gewann zusammen mit der Staffel den Weltcup in Oberhof und Silber bei der Weltmeisterschaft in Pokljuka. 2020/21 schaffte ich außerdem mein erstes Top-6-Ergebnis im Einzel in Antholz-Anterselva. Die folgenden zwei Saisons waren dann sehr schwierig. Doch in dieser Saison kam alles zusammen und darüber freue ich mich sehr!

Die deutsche Mannschaft ist 2023/24 sehr erfolgreich. Hat sich die Team-Dynamik im Vergleich zu den vorhergehenden Saisons verändert?

Wir haben in den letzten beiden Saisons als Gruppe einen Durchbruch geschafft. Denise Herrmann-Wick war unsere Anführerin und die beste Athletin. Sie hat die Messlatte hoch gelegt. Nach ihrem Rücktritt war unser Team viel ausgeglichener. Wir haben uns in jedem Training gegenseitig angetrieben. Jeder hat auch in der Sommerpause sehr hart gearbeitet. Das konnte man sehen, wenn wir für das erste Trainingslager zusammengekommen sind.

Hat der Druck durch die Weltklasse-Junioren, die im IBU Cup antreten, ihre Arbeit noch härter gemacht?

Ja! Deutschland verfügt über unglaublich talentierte Juniorinnen, die bereits um einen Platz im Weltcup kämpfen. Als erfahrene Athletin spürt man den Druck. Aber das treibt einen nur noch mehr an.

Header iconBI38 - Janina Hettich-Walz: Nove Mesto Glory

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