Premierensieg für Anna Magnusson

Die Schwedin Anna Magnusson gewann am Freitagnachmittag den Sprint der Frauen über 7,5 km in Annecy – Le Grand-Bornand. Nach tadellosem Schießen und guter Laufform feierte sie in 21:04,7 Minuten den ersten Sieg und die erste Podestplatzierung ihrer Karriere. Ihre bisherige Bestleistung war Rang 7 im Olympischen Sprint von Peking. Hinter Magnusson machte Linn Persson den schwedischen Doppelsieg perfekt (12,8 Sekunden zurück, eine Strafrunde). Auch Persson erzielte damit das beste Ergebnis ihrer bisherigen Karriere. Denise Herrmann-Wick komplettierte nach einem Schießfehler und 15,2 Sekunden Rückstand das Podium auf dem Bronzerang.

Überraschungserfolg

Magnusson konnte ihren Erfolg kaum fassen: „Ich bin ein bisschen schockiert. Das hätte ich nie im Leben erwartet, aber es fühlt sich supergut an.“

Schnellste Schlussrunde

Garant für Magnussons Erfolg war auch ihr erstes fehlerfreies Schießen in dieser Saison. Zudem zauberte sie die schnellste Schlussrunde in den Schnee. Dazu die Schwedin: „Auf der letzten Runde habe ich einfach versucht, das Beste zu geben. Ich war etwas schockiert, dass ich ein paar Sekunden vor Denise lag. Wir hatten fantastische Ski heute. Dazu fühle ich mich super in Form und war am Schießstand hochkonzentriert.“

Sieg aus heiterem Himmel

Als sie tatsächlich auf dem Podium stand, bezeichnete Magnusson den Tag als „ein bisschen surreal“. Auf die Frage, ob sie sich insgeheim Siegchancen ausrechnete, sagte sie: „Nein, nicht wirklich. Schon gar nicht im Sprint. Ich hätte meine Chancen im Einzel, in der Verfolgung oder im Massenstart größer eingeschätzt. Mein Hauptziel war ein Platz unter den besten sechs Athletinnen, dann vielleicht das Podium. Aber an den Sieg habe ich wirklich nicht gedacht.“

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Emotionaler vierter Platz für Chauveau

Sophie Chauveau aus Frankreich schoss fehlerfrei und verbuchte mit 19,9 Sekunden Rückstand und Rang vier das beste Resultat ihrer bisherigen Karriere (zuvor war dies der 19. Rang in Kontiolahti). Die 23-Jährige absolviert ihre erste Saison im Weltcup und war ohne jegliche Erwartungen an den Start gegangen. Sie war voller Emotionen, vor allem als sie in der Schlussrunde ums Podium kämpfte. „Es ist verrückt. Ich kann meine Gefühle nicht in Worte fassen. Es fühlt sich an wie ein großer Traum. Absoluter Wahnsinn, die Fans sind mega. Ich hätte mir kein besseres Rennen und Ergebnis vorstellen können. Ich erlebe zum ersten Mal die ganze Atmosphäre hier und war vor dem Start ganz schön nervös. Die Coaches haben mir gesagt, dass sie kein spezielles Ergebnis von mir erwarten. Ich sollte mich einfach auf mich selbst und nicht auf die Zuschauer konzentrieren. Nach dem letzten Schuss auf der kleinen Abfahrt nach dem Schießstand dachte ich nur ‚Wow!‘ und dann sind mir die Tränen gekommen. Dann dachte ich, ich zeige zu viele Emotionen und sollte mich besser aufs Laufen konzentrieren.“

Die Finnen Mari Eder (ebenfalls eine Strafrunde) landete mit 21,3 Sekunden Rückstand auf dem fünften Rang – ihr bestes Ergebnis in dieser Saison. Lisa Vittozzi (Italien) versenkte alle zehn Patronen und kam 31,8 Sekunden hinter der Siegerin auf den sechsten Platz.

Langsame Strecke

Nachdem es beim Rennen der Männer am Donnerstag geregnet hatte, war der Himmel am Freitag nur bewölkt. Beim letzten Sprint des Jahres 2022 herrschten leichter Wind und +2 °C. Gleichzeitig war die Strecke aber extrem langsam. Herrmann-Wick begann im Liegendanschlag mit vier Treffern, verfehlte dann allerdings die fünfte Scheibe. Julia Simon setzte ihren Lauf mit fehlerfreien Liegendeinlagen fort und verbuchte die drittschnellste Zeit, wurde kurz darauf aber von der ebenfalls fehlerfreien Paulina Batovska-Fialkova unterboten, ehe sich Anaïs Chevalier-Bouchet eine Sekunde vor die Slowakin setzte. Elvira Öberg schoss noch schneller und fehlerfrei und übernahm die Führung, wurde dann allerdings schnell von ihrer Teamkollegin Linn Persson übertroffen. Magnusson lag zu diesem Zeitpunkt 9,4 Sekunden zurück.

Die deutsche Olympiasiegerin Herrmann-Wick, die in roten Leibchen der Wertungsführenden antrat, ärgerte sich über ihren Fehler im Liegendanschlag. „Die Bedingungen waren heute nicht so einfach. Die Strecke war superlangsam. Daher kam es darauf an, die Scheiben zu treffen. Ich ärgere mich ein bisschen über mich selbst, dass der letzte Schuss beim Liegendanschlag daneben ging. Dafür habe ich stehend alle Scheiben getroffen. Es ist immer ein bisschen schwierig, wenn du einen Fehler liegend hast und stehend alles triffst.“

Schlussrunde des schwedischen Duos

Die letzte Schleife erwies sich für das schwedische Duo als erfolgsentscheidend. Magnusson meinte: „Ich wusste nicht, was da passiert. Die letzte Runde war echt hart. Johannes, unser Trainer, ist am ersten Anstieg fast ausgeflippt. Ich habe versucht, mich daran zu erinnern, wie ich meine Kraft richtig einsetzen muss. Ich wollte am Berg nicht zu viele Körner investieren, sondern danach, um richtig Speed aufzunehmen.“

Persson stimmte in den Kanon ein: „Es war hart. Heute war es wirklich nicht einfach. Am Ende lieferte ich mir einen harten Fight mit Denise. Von der Strecke habe ich immer gehört, ich würde zwei Sekunden hinten liegen. Da dachte ich ‚Okay, ich gebe schon mein Bestes.‘ Ich freue mich riesig, dass ich so eine gute Schlussrunde hinlegen konnte. Ich habe mich sehr gut gefühlt.“

Überraschung im Stehen

Durch ihre schnelle, fehlerfreie Stehendeinlage übernahm Herrmann-Wick früh im Rennen die vorzeitige Führung. Julia Simon, Trägerin des Gelben Trikots, und Elvira Öberg handelten sich jeweils Strafrunden ein und fielen zurück. Eder leistete sich nach sauberem Liegendschießen einen Fehler im Stehendanschlag und lag nur 9 Sekunden hinter der Olympiasiegerin aus Deutschland. Magnusson überraschte die Konkurrenz nach ihrem etwas langsameren Liegendschießen mit einer fehlerfreien Stehendserie und zog 10 Sekunden vor der DSV-Athletin an die Spitze. Persson schoss einmal daneben, reihte sich aber direkt hinter ihrer Teamkollegin ein.

Auf der Schlussrunde ließ Magnusson der Konkurrenz keine Chance und baute ihre Führung kontinuierlich auf 12,8 Sekunden aus. Daran sollte sich bis zum Schluss auch nichts mehr ändern, sodass die beiden Teamkolleginnen am Ende einen Doppelsieg für Schweden feierten und Herrmann-Wick noch auf Rang drei verdrängten.

Schlussrunde des schwedischen Duos

Die letzte Schleife erwies sich für das schwedische Duo als erfolgsentscheidend. Magnusson meinte: „Ich wusste nicht, was da passiert. Die letzte Runde war echt hart. Johannes, unser Trainer, ist am ersten Anstieg fast ausgeflippt. Ich habe versucht, mich daran zu erinnern, wie ich meine Kraft richtig einsetzen muss. Ich wollte am Berg nicht zu viele Körner investieren, sondern danach, um richtig Speed aufzunehmen.“

Persson stimmte in den Kanon ein: „Es war hart. Heute war es wirklich nicht einfach. Am Ende lieferte ich mir einen harten Fight mit Denise. Von der Strecke habe ich immer gehört, ich würde zwei Sekunden hinten liegen. Da dachte ich ‚Okay, ich gebe schon mein Bestes.‘ Ich freue mich riesig, dass ich so eine gute Schlussrunde hinlegen konnte. Ich habe mich sehr gut gefühlt.“

Mit dem Rennen zufrieden

Der starke schwedische Teamgeist wurde auch deutlich, als Persson sagte: „Ich bin mit dem Rennen heute zufrieden, freue mich aber auch sehr für Anna. Es ist schon komisch. Ich weiß gar nicht, ob ich mich mehr für sie oder über mein Rennen freue.“

Fotos: IBU/Christian Manzoni, Vianney Thibaut

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