„Ich kann auch nicht erklären, warum es so gut gelaufen ist“ - Magnusson startet durch
Für Anna Magnusson war die vergangene Saison die bislang erfolgreichste ihrer Karriere. Sie stand fünfmal in Einzelrennen auf dem Podium, lief im gelben Trikot der Weltcup-Führenden und konnte ihre Biathlon-Erfolge mehr genießen.
„Ich habe so viel schöne Erinnerungen an die letzte Saison. Der Podestplatz beim Heim-Weltcup in Östersund, das gelbe Trikot in Hochfilzen, die olympische Medaille mit der Staffel. Es gab viele Tage, an denen einfach alles perfekt gelaufen ist“, sagt Anna Magnusson über die letzte Weltcupsaison.
Sie ist eine der erfahrensten Athletinnen in der schwedischen Mannschaft. Seit 2015 startet sie im Weltcup und ist fester Bestandteil der Staffel. Und doch war sie noch in keiner Saison so erfolgreich wie 2025/2026.
Mentale Stärke als Schlüssel
„Ganz ehrlich, ich kann auch nicht erklären, warum es so gut gelaufen ist“, sagt die 31-Jährige. Sie schaffte es ohne Krankheit oder Verletzungen durch den Sommer, hat über zehn Jahre Routine im Biathlon-Spitzensport, auf die sie bauen kann, und ist gelassener unterwegs als in den vergangenen Jahren. Vermutlich war es eine Kombination aus all diesen Faktoren.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal im gelben Trikot laufen und die Weltcup-Wertung anführen könnte.“
Als ihr im Dezember 2022 in Le Grand-Bornand ihr erster – und bislang einziger – Weltcupsieg gelang, war das ein Schock für sie. „Ich hatte es da noch nicht einmal in die Top sechs geschafft. Das war mein Ziel – und dann gleich ein Sieg. Der Tag war einfach der Wahnsinn.“ Inzwischen kann sie mit Erfolgen besser umgehen und alles mehr genießen.
Saisonstart mit Paukenschlag beim Loop One Festival
Schon im Oktober, beim ersten Loop One Festival in München, merkte Magnusson, dass sie sich auf ihren Körper verlassen kann. „Ich habe mich sehr stark gefühlt. Das ist eher ungewöhnlich, weil ich sonst im Herbst nach den vielen Trainingseinheiten immer müde bin.“ Sie nutzte die Gunst der Stunde und setzte mit einem dritten Platz ein Ausrufezeichen.
„Ich mag Rennen, bei denen es zur Sache geht. Man weiß ganz genau, dass man die Qualifikation schaffen muss, weil es sonst ein kurzes Vergnügen wird. Man muss von Anfang an ganz bei der Sache sein. Das Loop One Festival ist eines der wenigen Rennen im Sommer, bei dem ein großes und hochkarätiges Feld an den Start geht. Das gefällt mir.“
Abschied immer im Hinterkopf
Magnusson denkt jedes Jahr darüber nach, wie lange sie noch weitermachen will. Für viele Athletinnen und Athleten ist eine olympische Saison der perfekte Zeitpunkt, das Gewehr an den Nagel zu hängen. Auch die schwedische Biathletin hat darüber nachgedacht. „Es gibt so viele andere Dinge im Leben, die ich spannend finde und für die ich gerne mehr Zeit hätte. Aber ich bin noch nicht bereit, mit Biathlon aufzuhören. Es fühlt sich noch nicht richtig an. Ich würde gerne herausfinden, wie ich mich noch weiter verbessern kann.“
Ihr geht es nicht um Resultate oder Platzierungen. Magnusson will sich weiterentwickeln und sich als Biathletin jeden Tag ein bisschen verbessern. Aber natürlich würde auch sie gerne öfter mit auf dem Treppchen stehen. Vielleicht sogar bei der Heim-WM 2031 in Östersund?
„Eines kann ich mit Sicherheit sagen: So lange mache ich nicht mehr weiter. Aber ich freue mich schon auf das Event.“
Fotos: IBU Photopool