Anna Andexer – Auf dem Weg an die Weltspitze
In nur zwei Jahren schaffte es Anna Andexer vom IBU Junior Cup zu den Olympischen Winterspielen. Die 23-Jährige ist nun ein festes Mitglied im österreichischen Weltcupteam und rückt aufgrund von Lisa Theresa Hausers Rückzug aus dem Biathlonsport immer mehr in den Fokus. Doch obwohl ihre Karriere in den vergangenen zwei Jahren richtig ins Laufen gekommen ist, ist Andexer noch immer weit davon entfernt, wo sie selbst gern sein würde.
„Alles ging so schnell“, sagt Anna Andexer über die vergangenen zwei Jahre. In der Saison 2023/2024 war sie die erfolgreichste Athletin im IBU Junior Cup. Mit sieben Siegen sicherte sie sich unangefochten den Sieg in der Gesamtwertung. Danach gab sie ein kurzes Zwischenspiel im IBU Cup, bevor sie bei ihrem Heimweltcup in Hochfilzen sowie bei der Weltmeisterschaft in Lenzerheide an den Start ging. Seit der Saison 2025/2026 ist die Österreicherin ein festes Mitglied ihres Weltcupteams und gab bei den Winterspielen in Antholz ihr Olympiadebüt.
Fokus auf Olympia
„Eigentlich spricht seit Sommer jeder nur über die Olympischen Spiele. Ehrlich gesagt hat mich das stark unter Druck gesetzt. Ich habe es in mir gespürt. Doch ich wusste, ich hatte eine realistische Chance, mich für Olympia zu qualifizieren. Also habe ich mich dieser Herausforderung gestellt“, erzählt die 23-Jährige. Und Anna Andexer hat es geschafft – auch wenn der vergangene Sommer eine wahre Achterbahnfahrt war.
Nach soliden Ergebnissen, vor allem in Annecy-Le-Grand-Bornand, wurde Andexer in der Weihnachtspause krank und musste den Weltcup in Oberhof auslassen. „Es hat mich umgehauen. Ich lag mit Fieber mehrere Tage im Bett. Das hat mich mental stark beeinträchtigt, da ich wusste, dass meine Formkurve aufwärts gezeigt hat.“ In Antholz war sie dann in Topform und belegte im Sprint und im Massenstart Rang neun. „Ich mag die Strecke in Antholz und auch wenn es eigentlich die Olympischen Spiele waren, hat es sich eher wie ein Weltcup angefühlt. Bis zu den Rennen in Antholz hatte ich mein Saisonziel bereits erreicht und ich wusste, dass nichts mehr schief gehen konnte.“
Vorbild: Lisa Theresa Hauser
Lisa Theresa Hauser war eine wichtige Mentorin für Andexer während ihres Übergangs vom Junior Cup in den Weltcup. „Sie war jahrelang das Aushängeschild unseres Teams. Ich habe als Jugendathletin sehr viel von ihr gelernt. Es ist wirklich schade, dass sie aufhört.“ Hauser erzählte ihren Mannschaftskollegen erst in Kontiolahti von ihrem Entschluss, die Skier an den Nagel zu hängen. „Wir haben versucht, sie zum Weitermachen zu überreden“, erinnert sich Andexer lächelnd, „Doch ich kann sie ja immer noch anrufen, wenn ich einen Rat brauche.“
In der kommenden Saison liegt Andexers Fokus auf der Weltmeisterschaft in Otepää. Sie hat bereits Bronze mit der Mixed-Staffel bei der Junioren-WM 2024 in Estland gewonnen. „Ich will meine Schießleistung über den Sommer hinweg verbessern. Ich muss noch beständiger und schneller werden, um mit der Weltspitze mithalten zu können.“ Wenn sie eine Pause vom Biathlon braucht, fährt sie nach Hause. „Ich wohne noch bei meinen Eltern. Das hilft mir, meine Gedanken vom Sport zu lösen, denn zu Hause dreht sich mit meinen Geschwistern nicht alles um Biathlon. So bekomme ich einen klaren Kopf.“ Und danach warten wieder die nächste Trainingseinheit und die nächsten Ziele auf sie.
Fotos: IBU I Danielsson