Französinnen mit überragendem Staffelsieg in Östersund

Die Französin Justine Braisaz-Bouchet lief heute Nachmittag nach zwei brillanten, fehlerfreien Schießeinlagen uneinholbar zum Staffelsieg in der 4 x 6 km Staffel der Frauen und überquerte die Ziellinie mit der französischen Fahne in der Hand. Braisaz-Bouchet und ihre Mannschaftskameradinnen Anais Bescond, Julia Simon und Anais Chevalier-Bouchet brauchten für ihren Sieg in 1:10:30,3 nur vier Nachlader. Belarus wurde mit sechs Nachladern und 57,9 Sekunden Rückstand Zweiter. Die Schwedin Hanna Oeberg konnte sich auf den letzten 100 Metern gegen die Norwegerin Marte Olsbu Roeiseland durchsetzen und holte mit einer Schuhspitze Vorsprung trotz zwei Strafrunden und elf Nachladern den dritten Platz in 1:09.6.

Braisaz-Bouchet: „Nach meiner Hochzeit der beste Tag meines Lebens“

Braisaz-Bouchet war überglücklich über den Sieg, vor allem aber über ihr perfektes, blitzschnelles, sicheres Schießen. „Nachmeiner Hochzeit war das heute der beste Tag meines Lebens. Ich habe es einfach genossen. Einer der emotionalsten Siege für uns und für mich persönlich. Es war wunderbar!“ Zur Bedeutung des Siegs sagte sie weiter: „Der Cheftrainer hat uns gesagt, dass es lange her ist, dass wir eine Staffel gewonnen haben, drei Jahre oder länger. Wir hatten uns viel vorgenommen und ich freue mich riesig für das ganze Team.“

Mannschaftskameradinnen: „lieben Staffeln“

Startläuferin Bescond fügte hinzu: „Ich liebe Staffeln, deswegen war das heute ziemlich großartig!“ Chevalier-Bouchet sagte, sie habe den Sieg „sehr genossen, ein richtig gutes Rennen für mich.“ Simon war ähnlich begeistert: „Es ist immer etwas Besonderes, in der Staffel dabei zu sein, da steht man natürlich unter großem Druck, aber ich bin mit meinem Schießen sehr zufrieden. Ich habe dieses Rennen sehr genossen.

Die Norwegerinnen wurden mit einer Strafrunde, sieben Nachladern und 1:09,8 Rückstand Vierte. Mit dem gleichen Schießergebnis wie die Französinnen wurden die Deutschen Fünfte bei 1:26,8 Rückstand, Platz sechs ging an Italien mit einer Strafrunde, zehn Nachladern und 2:58,3 Rückstand.

Dreiundzwanzig Teams, leichter Wind

Die erste Frauenstaffel der Saison mit 23 gemeldeten Staffelteams war der erste Wettkampf am letzten Tag in Östersund, der bei sehr winterlichen -14 °C und fast völliger Windstille vor allem gutes Schießen von den Athletinnen verlangte. Das Feld war auf den ersten 2 km bis zum Liegendschießen dicht gedrängt, und auch danach gingen dreizehn Läuferinnen innerhalb von 10 Sekunden wieder auf die Strecke, zwölf von ihnen ohne Nachlader. Russland, die Schweiz und Norwegen gaben auf dem Weg zum Stehendschießen das Tempo vor. Die Russin Reztsova kam mühelos ohne Nachlader aus und blieb in Führung, gefolgt von Lisa Vittozzi trotz einem zweiten Nachlader mit 1,3 Sekunden Rückstand und knapp dahinter der Tschechin Jessica Jislova. Das Trio wechselte in dieser Reihenfolge, gefolgt von Deutschland und Schweden mit nur 8 Sekunden Abstand.

Fünf Teams dicht zusammen

Auf der Hälfte der ersten Runde der zweiten Läuferinnen übernahm Denise Herrmann die Führungsarbeit in einer engen Fünfergruppe, darin auch Tiril Eckhoff, die auf dem Weg zum Liegendschießen Norwegen wieder ins Spiel brachte. Mona Brorsson und Anais Chevalier-Bouchet kamen mit fünf Schuss aus und führten die immer noch enge Gruppe von fünf Teams aus dem Stadion, bis zum Stehendschießen setzte sich Chevalier-Bouchet aber an die Spitze. Dzinara Alimbekava kam wie die französische Rivalin ohne Nachlader aus und übergab mit ihr auf 1 und 2, während Eckhoff in die Strafrunde musste. Nach zwei Strafrunden für Brorsson fiel Schweden weit zurück.

Simon setzt sich ab

Chevalier-Bouchet übergab beim zweiten Wechsel auf Simon. Nur eine Sekunde dahinter übernahm Kruchynkina für Belarus und Hettich auf drei, allerdings mit 46 Sekunden Rückstand. Ingrid Landmark Tandrevold hing 1:07 hinterher. Simon brauchte nur einen Nachlader für ihr Liegendschießen und konnte 31 Sekunden zwischen sich und die belarussische Kontrahentin bringen, Janina Hettich blieb auf drei. Im Stehendanschlag mähte Simon rasant ihre Scheiben nieder und baute ihre Führung auf 53 Sekunden vor Belarus aus, während Hettich und Ingrid Landmark Tandrevold nun 1:18 und 1:30 zurücklagen.

Perfektes Schießen von Braisaz-Bouchet

Simon übergab mit einem bequemen Polster von 1:08 vor Hanna Sola an Braisaz-Bouchet, während Hanna Oeberg mit 1:20 Rückstand für Schweden übernahm. Olsbu Roeiseland und Preuss folgten weitere 13 Sekunden dahinter. Die Führende kam mit sechs Schuss durch das Liegendschießen, ebenso Sola und Oeberg. Olsbu Roeiseland kam ohne Nachlader aus und rückte so bis auf fünf Sekunden an Oeberg auf drei heran. Wie Simon traf auch Braisaz-Bouchet ihre letzten fünf Scheiben in rasantem Tempo und hatte den Sieg in der Tasche. Sola öffnete mit zwei Nachladern noch die Tür für die Rivalinnen. Olsbu Roeiseland brauchte einen, Oeberg zwei, und so lagen sie vierzehn und achtzehn Sekunden hinter Platz zwei. Sola sagte zu ihren Schwierigkeiten am Schießstand: „Ich versucht, das Maximum herauszuholen, vielleicht hat das mit den Nachladern nicht super geklappt, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.“

Hanna Oeberg sprintet auf Platz drei

Braisaz-Bouchet konnte die Zielgerade genießen und mit der französischen Flagge in der Hand strahlend über die Ziellinie laufen. Sola sicherte Platz zwei für Belarus. Die norwegischen und schwedischen Rivalinnen duellierten sich auf der gesamten letzten 2-km-Runde mit mehreren Führungswechseln um den letzten Podestplatz. 400 Meter vor dem Ziel trennte sie nur eine halbe Sekunde. Oeberg schoss die letzte Abfahrt hinunter und sprintete wie der Teufel, um sich den dritten Platz zu sichern.

Schwedisches Selbstvertrauen

Brorsson betonte die Stärke des schwedischen Teams, das mit Platz drei ein respektables Comeback abgeliefert hatte. Nachdem sie selbst zwei Strafrunden geschossen hatte, sagte sie: „Ich bin so froh, dass ich auf der Strecke gut durchgekommen bin und nicht zu viel Zeit verschenkt habe. Wir haben zwei sehr schnelle Mädels auf den letzten zwei Startpositionen, also war das kein Problem .... Wir wissen, dass wir nicht perfekt sein müssen, aber wir wollen besser sein, aber wir haben ein starkes Team, und das gibt uns Selbstvertrauen, wenn man zwei so gute Läuferinnen auf den letzten Positionen hat, also wird das ein interessanter Winter.“

Fotos: IBU/Christian Manzoni

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