5 Dinge, die wir in Kontiolahti gelernt haben

Der Biathlon zeigte gemeinsam Flagge für die Ukraine, Quentin Fillon Maillet wiederholte Martin Fourcades Serie aus sechs aufeinanderfolgenden Verfolgungssiegen in einer Saison, Erik Lesser wurde kurz vor Karriereende Zweiter in der Verfolgung und half den ukrainischen Athletinnen dabei, die Botschaft von den Schrecken des Krieges zu verbreiten, Stina Nilsson trat in Denise Herrmanns Fußstapfen bei der Wandlung von einer Langlauf-Meisterin zur Biathlon-Größeund Johannes Dale holte endlich wieder einen Sieg im IBU Cup in Lenzerheide.

Biathlonfamilie zeigt Flagge für die Ukraine

Es war für die Welt und den Sport eine der schwierigsten Wochen der jüngsten Geschichte, und die Biathlonfamilie zeigte gemeinsam Flagge für die Ukraine. Die norwegische Frauenstaffel protestierte auf ihren Stirnbändern mit Parolen gegen den Krieg, und auch die meisten anderen Athletinnen und Athleten zeigten ihre Unterstützung für die Ukraine an Ausrüstung und Kleidung. Nach der russischen Invasion in der Ukraine hat die Internationale Biathlon Union bereits angekündigt, die Biathlonfamilie in der Ukraine mit finanziellen, logistischen und sporttechnischen Hilfen zu unterstützen, sowohl auf Athleten- als auch auf Verbandsebene. Zusätzlich hat sie eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, die noch bis zum Ende der Weltcupsaison in Oslo-Holmenkollen am 20. März 2022 laufen wird.

Ein großartiger Sportler und ein ganz besonderer Mensch: Erik Lesser

Erik Lesser holte aus seinem Körper noch die allerletzten Kraftreserven heraus und holte sich an dem Austragungsort, an dem er vor sieben Jahren Verfolgungsweltmeister geworden war, den zweiten Platz im Verfolgungsrennen. Auch wenn Lesser seine Karriere beendet, bleibt er dem Biathlon doch erhalten: Nach einer Auszeit will er in bald als Trainer zurückkehren. Erik, der immer bereit ist, anderen zu helfen und mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält, öffnete seinen Instagram-Account für die ukrainische Biathletin Anastasiya Merkushyna, damit diese mit seinen 30.000 Followern in Russland kommunizieren und sie auffordern konnte, sich gegen diesen sinnlosen Krieg aufzulehnen. 

Mit viel Schlaf wiederholt Fillon Maillet Fourcades Verfolgungs-Rekord 

Die Winterspiele in Peking 2022 mit eingerechnet hat Quentin Fillon Maillet in dieser Saison sechs Verfolger in Folge gewonnen und damit Martin Fourcades Rekord-Siegesserie aus der Saison 2016/2017 wiederholt. Fillon Maillet ist in den Verfolgungsrennen seit Hochfilzen ungeschlagen und hat mit 114 Treffern bei 120 Scheiben eine phänomenale Trefferquote von 95 %. Auch Fourcade hatte bei seinen sechs aufeinanderfolgenden Verfolgungssiegen 2016/2017 114 von 120 Scheiben getroffen. Nur einen kleinen Unterschied gibt es zwischen Fillon Maillets und Fourcades Meisterleistung: Quentin hat bei keinem seiner Siege mehr als zwei Scheiben verfehlt, während Martin bei einem seiner Siege gleich dreimal verfehlte. Fillon Maillet sagte, eines seiner Geheimrezepte für gute Form über die ganze Saison sei viel Schlaf.

Stina Nilsson tritt in Denise Herrmanns Fußstapfen

Im Sprint von Kontiolahti, für sie erst der 13. Start bei einem Rennen im BMW IBU Weltcup, holte Stina Nilsson den ersten Podestplatz ihrer Karriere. Es war ein überwältigend emotionaler Moment für die Sprint-Olympiasiegerin im Langlauf von Pyeongchang 2018. Nilsson hatte den Großteil ihrer ersten Biathlonsaison 2020/2021 im IBU Cup verbracht und bislang als bestes Resultat einen achten Platz in der Verfolgung von Brezno-Osrblie verbuchen können. Ihre Verwandlung von einer Weltklasse-Langläuferin zu einer ernstzunehmenden Konkurrentin im Biathlon-Weltcup weckt Erinnerungen an Denise Herrmanns Wechsel. Die deutsche Olympiasiegerin und Weltmeisterin war zwei Saisons nach Bronze mit der Langlaufstaffel in Sochi 2014 zum Biathlon gewechselt und hatte ihre ersten zwei aufeinanderfolgenden Podestplätze - natürlich gleich zwei Siege - in ihrem 11. und 12. Weltcuprennen in Östersund geholt.

Dale glänzt in Lenzerheide

Johannes Dale war eine der Entdeckungen der Saison 2020/2021. Seinen ersten Sieg im BMW IBU Weltcup machte er im Sprint von Hochfilzen perfekt und legte mit Bronze im Einzel und Silber im Massenstart bei den IBU Weltmeisterschaften in Pokljuka 2021 nach. Nach Rückenproblemen im Sommer passte die Form nicht mehr, und Dale wechselte nach Enttäuschungen in den ersten zwei Weltcupwochen in Östersund ins norwegische IBU-Cup-Team. Bei den IBU Offenen Europameisterschaften im Januar am Arber zeigte er dann wieder solide Leistungen und gewann in der vergangenen Woche den Sprint in Lenzerheide. Er darf also hoffen, wenigstens in einer der zwei verbleibenden Weltcupwochen dieser Saison noch in den Weltcup zurückkehren zu dürfen.

Foto: IBU/C. Manzoni

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