5 Dinge, die wir in Hochfilzen gelernt haben

Hanna Sola schaffte ihren ersten BMW IBU Weltcupsieg mit einem der beeindruckendsten Vorsprünge in der Geschichte des Damensprints. JT Boe zeigte den schwächsten Sprint seit den Olympischen Spielen in PyeongChang 2018. Wie Sola sicherte sich auch Johannes Kühn seinen ersten Weltcupsieg. Und viele weitere Athleten erreichten Meilensteine in ihrer Karriere. Russland ist viel stärker in die Saison gestartet als letztes Jahr und im IBU Junior Cup finden ein Jahr nach der Coronapause endlich neue Rennen in Martell/Val Martello statt.

Hana Sola schreibt Sprintgeschichte

Es ist verrückt. Hanna Sola fühlte sich am Morgen des Damensprints von Hochfilzen noch nicht einmal gut. Doch dann zauberte sie die schnellste Rundenzeit in den Schnee. Danach die zweitschnellste zweite Runde und die drittschnellste dritte Runde. Dazu kamen die drittschnellste Schießzeit und die zweitschnellste Schießstandzeit. Am Ende gewann sie mit einem Abstand von 46,8 Sekunden auf die Zweitplatzierte, Justine Braisaz-Bouchet. Ein Blick zurück auf die vergangenen vier Saisons zeigt, dass sie (bei weitem) den größten Vorsprung in einem Damensprint schaffte. In der Saison 2017/18 siegte Anastasiya Kuzmina in Oberhof 35,4 Sekunden vor Kaisa Mäkäräinen, doch dann sind immer noch 11 Sekunden weniger als Sola. Auf der ewigen Siegzeitenliste sind 46,8 Sekunden der siebtgrößte Abstand in einem Rennen. Liv Grete Skjelbreid gewann am Holmenkollen in Oslo in der Saison 2000/01 eine Minute und 46 Sekunden vor Magdalena Forsberg – bis heute der Rekord.

JT Boe: Selbst Superstars kämpfen um Beständigkeit

JT Boe, der Sieger von 26 Sprints im BMW IBU Weltcup, zeigte in Hochfilzen sein schlechtestes Sprintrennen seit Olympia 2018 in PyeongChang. Boe verfehlte drei Scheiben und landete auf Rang 30. Verglichen mit dem Sieger, Johannes Kühn, büßte er auf der Schlussrunde 30 Sekunden ein – eine fast schon unterirdische Leistung für den schnellsten Biathleten der vergangenen vier Jahre. Doch Platz 30 in Hochfilzen war immer noch besser als Rang 31 mit vier Fehlern bei starken koreanischen Winden während der Olympischen Winterspiele 2018. Dieses Jahr zeigte Boe seinen schwächsten Saisonstart seit 2015/16, als er nach den ersten beiden Wochen auf Platz 10 der Weltcupgesamtwertung lag. JT reist als Siebter im Gesamtweltcup nach Annecy. Doch es besteht noch Hoffnung: Auf seiner Staffelrunde für das siegreiche norwegische Team zeigte er eine beeindruckende Leistung.

Eine Woche voller Bestleistungen und Premieren

Johannes Kühn begann die Saison im IBU Cup. Dann rief ihn Mark Kirchner an und beorderte ihn für die zweite Woche in Östersund in die Weltcupmannschaft. Er nutzte seine Chance und wurde Zwölfter im Sprint und Vierzehnter in der Verfolgung. Kühn sicherte sich so seine Fahrkarte nach Olympia. Weiter ging es nach Hochfilzen, wo er im Sprint seinen ersten Karrieresieg im BMW IBU Weltcup errang. Hana Sola zeigte im Damensprint eine phänomenale Leistung. Sie schaffte damit ebenfalls ihren ersten Sprintsieg im Weltcup. Anton Smolski kam zum ersten Mal aufs Podest im Sprint (und wurde Sechster in der Verfolgung). Ida Lien war Vierte im Sprint und durfte damit zum ersten Mal an der Blumenzeremonie teilnehmen. Smolskis Teamkollege Dzmitry Lazouski kam im Sprint auf Platz neun – sein erster Top-Ten-Platz in einem BMW IBU Weltcuprennen. Vasilii Tomshin wurde Zehnter im Sprint. Auch für ihn war es der erste Top-Ten-Platz.

Russland viel stärker als vergangenes Jahr

Russland litt in der vergangenen Saison das gesamte erste Trimester lang und schaffte erst mit dem Sieg in der Mixed-Staffel in Oberhof seinen ersten Treppchenplatz der Saison. In der Saison 2021/22 errangen die Russen bereits drei Podestplätze in den ersten drei Wochen. Die Herrenstaffel kam auf Rang drei in Östersund und Hochfilzen und die Damenstaffel wurde Zweite in Hochfilzen. Nach der ersten Hochfilzenwoche in der letzten Saison lag Alexander Loginov, der beste Russe im Herrenfeld, mit 125 Punkten auf Platz 19 in der Gesamtwertung. Er hatte damit 171 Punkte weniger als der Führende, JT Boe. Eduard Latypov fährt als Sechstplatzierter nach Frankreich und kann 199 Punkte verbuchen, 51 Punkte weniger als Sebastian Samuelsson auf Rang eins. Irina Kazakevich war in der Saison 2020/21 nach sechs Wettkämpfen die beste Russin mit 111 Punkten und Rang 17. Diese Saison liegt Uliana Nigmatullina mit 135 Punkten auf Platz 13.

Die Junioren sind zurück!

Der IBU Junior Cup ist nach der Coronapause in der vergangenen Saison endlich zurück. Die Eröffnungsrennen fanden in Martell/Val Martello statt. 90 Juniorinnen und 121 Junioren starteten im Einzel. 17 Nationen bei den Junioren und 13 bei den Juniorinnen kämpften um Ruhm und Ehre. Vier Länder fuhren Siege ein und fünf standen auf dem Treppchen. Die Junioren bleiben noch eine weitere Woche in Martell/Val Martello. Die Wettkämpfe beginnen am 15. Dezember 2021 mit den Sprints.

Foto: IBU; C. Manzoni, E. Tumashov, H. Deubert

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