Wer war letzten Winter auf der Weide zu Hause?

In der olympischen Saison 2025/26 standen alle Athleten und Athletinnen unter enormem Druck. Unter all dem Streben nach Karrierebestleistungen blieben natürlich auch Missgeschicke am Schießstand nicht aus, obwohl die Trefferquote insgesamt gleichbleibend hoch war. Wer fühlte sich also im vergangenen Winter auf der Range am meisten zu Hause?

Frauenpower am Schießstand: Julia, Camille und Suvi

Die Beste im Damenfeld war die Olympiasiegerin im Einzel über 15 km, Julia Simon. Sie schaffte vier Siege bei den OWS und war im letzten Trimester in Bestform. Simon verzeichnete eine Gesamttrefferquote von unglaublichen 91%. Im Liegendanschlag lag sie sogar bei 95%. Das schaffte keine andere Athletin. Die IBU-Cup-Gesamtsiegerin von 2025, Camille Bened, war ihrer Teamkollegin Simon dicht auf den Fersen und schaffte ebenfalls eine Gesamttrefferquote von 91% in ihrer ersten kompletten Weltcupsaison. Im Liegendanschlag landete sie nur knapp hinter Simon.

Suvi Minkkinens Beständigkeit führte zum Erfolg: Sie erkämpfte sich ihren ersten Sieg sowie ihre erste Olympiamedaille. Auch Minkkinen zeigte eine Gesamttrefferquote von 91%. Außerdem war sie die beste Stehendschützin mit einer Trefferquote von 92%.

Die Oeberg-Schwestern kämpften sich einige Prozentpunkte nach oben. Hanna verzeichnete 83% und Elvira schaffte eine Karrierebestleistung mit 87%. Ironischerweise siegte Hanna vier Mal und blieb in drei Sprintsiegen fehlerfrei, während Elvira nur zweimal triumphierte. Sie räumte beim Einzel in Kontiolahti und beim Sprint in Oberhof alle Scheiben ab.

Regina Ermits zeigte in dieser Saison einen beeindruckenden Sprung von 78% auf 87%. Im Stehendanschlag lag sie sogar bei 90% und schaffte mit Rang 25 in der Weltcupgesamtwertung eine Karrierebestleistung. Sie verbesserte sich dabei im Vergleich zum Vorjahr um 22 Plätze.

Lou bei 90%

Lou Jeanmonnot, die Gewinnerin der Weltcupgesamtwertung, der Einzel-, Sprint- und Verfolgungswertung sowie viermalige Medaillengewinnerin bei Olympia, fiel von ihrer Karrierebestleistung von 92% auf 90% zurück. Doch ein paar Schießfehler änderten nichts an ihrer unglaublich erfolgreichen Saison!

Sturla und Eric

Sturla Holm Laegreid dominierte erneut das Herrenfeld, obwohl er von 93% aus der Saison 2024/25 auf 92% sank. Hätte seine Saison nicht relativ langsam begonnen, hätte er vielleicht 95% schaffen können. Zu Saisonende befand sich Laegreid von Milano/Cortina bis Oslo ist absoluter Bestform und setzte in elf Einzelrennen 183 von 190 Schüssen ins Schwarze. Das entspricht 96,3%!

Wie Laegreid fiel auch die Trefferquote des Weltcupgesamtsiegers Eric Perrot um einen Prozentpunkt auf 89%. Bei einigen Rennen ließ er untypischerweise sieben Scheiben stehen und vermasselte sich damit seinen Durchschnitt. Bei seinen vier Siegen blieb er allerdings fehlerfrei – dreimal bei Rennen mit vier Schießdurchgängen und einmal im Sprint. Angesichts des Gesamtsaisonergebnisses lässt sich nicht streiten, auch wenn seine Trefferquote leicht gefallen ist. Schließlich geht Perrot mit zwei Olympiamedaillen und als Titelverteidiger des Gelben Trikots in die Saison 2026/27.

Botn ist bester Stehendschütze

Die Entdeckung der Saison am Schießstand war ohne Frage der Olympiasieger im Einzel über 20 km, Johan-Olav Smoerdal Botn. Er blieb in sechs Einzelrennen im ersten Trimester fehlerfrei und setzte bis zum Massenstart in Annecy Le Grand Bornand nicht einen Schuss im Liegendanschlag daneben. Botns Comeback war nach der Bakken-Tragödie gedämpft, mit Ausnahme des perfekten Einzels bei den OWS. Dennoch beendete er die Saison mit 89% und war mit 92% der beste Stehendschütze. Wir können uns also auf etwas gefasst machen.

Vetle Sjaastad Christiansen war am Schießstand ein Fels in der Brandung und siegte mit fehlerfreien Schießeinlagen beim Sprint in Annecy Le Grand Bornand. Insgesamt schaffte er eine Trefferquote von 88% und ist der drittbeste Stehendschütze nach Botn und Laegreid.

Fillon Maillet stürzt ab trotz Sprintserie

Der Sprintolympiasieger Quentin Fillon Maillet fiel auf 81% zurück. Fillon Maillet ist bekannt für brillante Schießeinlagen bei Rennen mit vier Schießduchgängen. In der Verfolgung von Otepää musste er allerdings neun Mal in die Strafrunde – für ihn ein Karriererekord. Ironischerweise blieb der fünfmalige Olympiasieger dreimal fehlerfrei – immer im Sprint!

Der Olympiasieger in der Verfolgung, Martin Ponsiluoma, sagte vor Saisonbeginn, er hätte „hart am Schießen gearbeitet und merke den Fortschritt“. Am Ende landete er einen Prozentpunkt unter seiner Karrierebestleistung von 79%. Im Liegendschießen verbesserte er sich um neun Prozentpunkte.

Strelow ist bester Liegendschütze

Justus Strelow landete neun Prozentpunkte hinter seiner Karrierebestleistung von 94% von vor zwei Jahren. Doch obwohl sein Gesamtdurchschnitt etwas abstürzte, blieb Strelow der beste Liegendschütze mit unglaublichen 146 Treffern bei 150 Schüssen.

Der Veteran Lukas Hofer zeigte eine gute Saisonleistung mit 86% Trefferquote. Er blieb zweimal fehlerfrei: in den Einzeln in Kontiolahti und Nove Mesto.

Eine weitere interessante (Schieß-)Saison liegt hinter uns. Wir haben einige Überraschungen gesehen, aber auch beständig gute Leistungen von den „üblichen Verdächtigen“. Nun geht alles von vorn los. Jeder beginnt erneut mit dem Grundlagentraining und bereitet sich auf den Beginn der neuen Saison vor.

Fotos: IBU/Christian Manzoni, Archive, Nordic Focus

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter